Passt mein Sattel noch?
Wie sitzt der Sattel richtig auf dem Pferd?
- Der Schwerpunkt liegt wie gewünscht (bei Dressursättel mittig, bei Western- oder Arbeitssättel weiter hinten)
- Ausreichend Platz über dem Widerrist (mindestens 3 Finger hoch)
- Breiter Wirbelsäulenkanal: die Wirbelsäule bleibt frei, die Sattelkissen liegen auch in gebogenen Bewegungen des Pferdes seitlich der empfindlichen Bereiche. Der Sattel muss ausreichend Höhe über der gesamten Wirbelsäule haben, darf also nirgends punktuell auf der Wirbelsäule aufliegen
- Die Auflageflächen der Sattelkissen sind parallel zum Pferderücken angepasst. Der Druck ist gleichmäßig von vorne bis hinten. Es gibt keine Brückenbildung oder ungleiche Belastung
- Keine punktuellen Druckspitzen – besonders im hinteren Bereich der Sattelkissen und bei kurzen Pferden
- Das Kopfeisen ist in der Kammerweite passend eingestellt (parallel zur Schulterpartie) und darf die Schulter nicht an der Bewegungsfreiheit hindern
- Die Gurtstrupfen sind im Winkel korrekt angebracht – passend zur Gurtlage des Pferdes – es gibt kein Rutschen nach vorne oder hinten
- Besonderheit bei Omega Maßsättel: das Rippenbogeneisen im hinteren Bereich sorgt für eine zweite “Kammerweite”. Die Auflagefläche im hinteren Bereich wird parallel zum Rippenbogen des Pferdes eingestellt

Wann passt der Sattel richtig?
Ein Sattel kann nur richtig passen, wenn er Pferd und Reiter gleichermaßen passend ist. Für den Reiter ist entscheidend:
- richtige Sitzgröße gewählt
- Pausche passt zum Bein
- Blattlänge passt zur Länge des Reiterbeins
- Satteltyp passt zu der Reitweise
Wie oft sollte man den Sattel kontrollieren lassen?
Wann eine Kontrolle der Sattelpassform durchgeführt werden sollte, hängt von den Gegebenheiten ab:
- Bei idealen Voraussetzungen – einem Maßsattel, der passgenau für das Pferd angefertigt wurde – reicht bei konstantem Training und Gesundheitszustandes des Pferdes erfahrungsgemäß ein jährlicher Check der Sattelpassform.
- Bei jungen Pferden kann in den Wachstumsphasen ein zweiter Termin im Jahr sinnvoll sein – idealerweise nach dem Saisonwechsel.
- Hat sich das Pferd durch Training, Saisonwechsel, Krankheitsphase, Wachstum oder Alterungsprozess verändert, sollte eine Kontrolle des Sattelpassform durchgeführt werden.
Regelmäßige Kontrollen und Anpassungen sichern Motivation, Spaß und Bewegungsfreude am Reiten.

Wann muss man den Sattel anpassen?
Ein Sattel sollte immer dann angepasst werden, wenn sich das Pferd sich physisch verändert hat. Besondere Hinweise auf eine notwendige Anpassung sind:
Schwerpunkt nicht korrekt
Der Sattel liegt nicht mehr im Schwerpunkt
Sattel rutscht
Der Sattel rutscht nach vorne/hinten oder zu einer Seite.
Wippen
Der Sattel wippt stark unter dem Reiter.
Auffälliges Schweißbild
Das Schweißbild zeigt deutliche trockene Bereiche an ungewöhnlichen Stellen
Polsterung ungleichmäßig
Meim Test der Auflagefläche spürt man Unregelmäßigkeiten, Knubbel oder Unebenheiten im Sattelkissen.
Zeitlich im Jahresverlauf
Die Routinekontrollen sollten idealerweise nach dem Saisonwechsel stattfinden.

Wie oft muss man den Sattel anpassen?
Abhängig davon, wie stark das Pferd sich physisch verändert, wird nach der Passformkontrolle die benötigte Anpassung oder Sattelnachjustierung vorgenommen. Bei jungen Pferden im Wachstum kann dies 1-2 x jährlich der Fall sein – idealerweise nach Saisonwechsel. Bei einem ausgewachsenen, gesunden und stetig trainierten Pferd reicht erfahrungsgemäß ein jährlicher Check, bei dem kleine Änderungen am Sattel ausreichen.
Hinweis: Sättel mit Wollefüllung in den Sattelkissen müssen sehr viel häufiger nachgepolstert werden, als Sattelkissen mit Formkissen (wie bei unseren SIGNUM Sätteln). Wolle setzt sich mit der Zeit und verändert dadurch die Polsterhöhe, Festigkeit und stoßdämpfende Wirkung – Formkissen hingegen bleiben stabil und behalten ihre stoßdämpfenden Eigenschaften über die Zeit sehr viel besser.
Kann man jeden Sattel anpassen lassen?
Sattelkonzepte sind sehr unterschiedlich in Bezug auf ihre Anpassungsmöglichkeiten. Man kann unterscheiden:
- Sättel ohne Anpassungsmöglichkeiten: z.B. Westernsättel mit starrem Holzbaum
- Sättel mit moderaten Anpassungsmöglichkeiten: z.B. über Veränderung der Füllung der Sattelkissen
- Umfassend anpassbare Konzepte wie SIGNUM Sättel (mit stufenlos verstellbarem Kopfeisen, individuellem und austauschbarem Sattelbaum, veränderbare und austauschbare Sattelkissen-Füllung)
Es gilt also: Je umfassender das Konzept auf Veränderbarkeit ausgelegt ist, desto mehr technische Änderungsmöglichkeiten an einem Sattel stehen zur Verfügung.


Kann man jeden Sattel auf jedes Pferd anpassen?
Nein – wer das versprocht, ist nicht seriös. Sättel mit umfassenden Änderungsmöglichkeiten wie unsere SIGNUM Maßsättel bringen schon sehr viele Möglichkeiten der Anpassung mit. Trotzdem sollte im ersten Schritt eine Sattelanprobe erfassen, was Pferd und Reiter benötigen.
Hat man einen Gebrauchtsattel günstig erworben und möchte diesen neu anpassen lassen, sollte ebenfalls ein Experte hinzugezogen werden und bei einer Passformbegutachtung die Möglichkeiten der Anpassung auf das Pferd abwägen. Auch hier sind Kosten und Nutzen abzuwägen: manchmal ist ein einfacher neuer Sattel passender und günstiger als die sehr umfassende Änderung eines Gebrauchtsattels.
Selbst ein gut angepasster Sattel kann unpassend sein, wenn z.B. die Art des Sattels nicht zum Einsatzzweck passt. Ein gut angepasster Dressursattel wäre zum Beispiel nicht ideal für regelmäßige und lange Wanderritte.
Was kostet eine Sattelkontrolle?
Bei SIGNUM wird eine Aufwandspauschale von 190 € für die Passformkontrolle des Sattels vor Ort fällig. Bei Interesse an einem Termin vor Ort für die Passformkontrolle eines OMEGA Sattels melden Sie sich bitte über das Formular an.
Anmeldung zur Passformkontrolle
Wie viel kostet eine Sattelanpassung?
Der Umfang einer Sattelanpassung kann sehr unterschiedlich ausfallen:
- Maßsattel: Handelt es sich um die Anpassung eines ursprünglich auf Maß für das Pferd gebauten Sattels und gewöhnliche Änderungen eines Pferdes durch Wachstum, Training oder Krankheit, reichen in der Regel kleinere Anpassungen wie z.B. Einstellung des Kopfeisens oder kleine Änderungen an der Polsterung. Die Kosten hierfür setzen sich aus dem Termin für die Passformkontrolle (bei SIGNUM 190€) sowie den reinen Werkstattkosten für die Sattelnachjustierung zusammen (ca. 150 bis 400€).
- Gebrauchtsattel: Handelt es sich um die Anpassung eines Gebrauchtsattels oder Sattels, der nicht für das Pferd auf Maß gebaut wurde, können die Kosten für die notwendigen Änderungen höher sein:
- Änderungen an der Lederhülle des Sattels: bis zu 800€
- Erneuerung der Sattelkissen oder Anpassung der Formkissen: bis zu 350€
- Nachrüstung eines verstellbaren Kopfeisens: ca. 200€
- Austausch eines Sattelbaums: bis zu 500€
Hinweis: Die Preise beziehen sich auf die aktuellen Kosten bei SIGNUM, variieren aber im Einzelfall.

Welcher Sattel passt auf jedes Pferd?
Am ehesten könnte man das über baumlose Sättel oder Modelle mit flexiblem Sattelbaum sagen, doch auch hier gilt es nicht uneingeschränkt:
- Flexible Sattelbäume müssen nicht im Schwung an die Form des Pferderückens angepasst werden, da sie dies durch ihre flexible Eigenschaft unter dem Reiten selbst tun
- Baumlose Modelle, Reitpads oder Reitkissen passen auf sehr unterschiedliche Pferdetypen, haben jedoch nicht die Stabilität eines Sattels mit Sattelbaum
Kann ein baumloser Sattel auf jedes Pferd?
Baumlose Sättel, Reitpads und Reitkissen passen auf sehr unterschiedliche Pferdetypen. Eine sehr dicke Polsterungen sorgt dafür, dass sie häufig genug Freiheit über der Wirbelsäule geben und ihr weicher Kern sich der Bewegung des Pferdes leicht anpasst. Die weichen, flexiblen Kissen passen sich in der Regel dem Schwung des Rückens automatisch an. Sitzt der baumlose Sattel jedoch nicht automatisch korrekt, hat man meist wenig Möglichkeiten, die Passform gezielt zu verändern.
Hinweis: Das PADDLE® ist ein Hybrid zwischen Sattel mit Baum und baumlosem Sattel und hat ein Druckverteilungselement und ein verstellbares Kopfeisen, das zusätzliche Stabilität gibt und die Höhe über dem Wiederrist sichert. Dadurch sind flachere Polster möglich und der Reiter sitzt näher am Pferd. Die Polster mit individueller Füllung können auch zur Anpassung der Passform genutzt werden. Das PADDLE® ist damit meist besser anpassbar als gängige baumlose Sattelmodelle.
Mehr zum PADDLE


Was ist die Idee hinter dem PADDLE®?
Das PADDLE® wurde entwickelt, um:
- den Komfort und das Reitgefühl eines Reitpads mit der Nutzung von Steigbügeln zu verbinden, ohne dabei Druckspitzen am Pferderücken zu erzeugen
- die einfache und selbständige Anpassbarkeit an den Pferderücken zu ermöglichen
- dank Druckverteilungselement eine gleichmäßige Druckverteilung zu erreichen
- durch Klettkissen eine echte Wirbelsäulenfreiheit zu bieten
- ein Reitgefühl mit besonders engem Kontakt zum Pferd zu ermöglichen – jede Bewegung wird spürbar
Zu den PADDLE-Modellen

Mehr über das PADDLE® erfahren
Ist das PADDLE® baumlos?
Das PADDLE® ist weder baumlos, noch hat es einen klassischen Sattelbaum. Durch das integrierte Druckverteilungselement im vorderen Teil des PADDLE® ist die Kammerweite stufenlos verstellbar und es können Steigbügel befestigt werden, ohne Druckspitzen am Pferderücken zu erzeugen. Der hintere Teil des PADDLE® ist flexibel und kann sich dadurch dem Pferderücken anpassen.
Ist das PADDLE® an spezielle Rückenformen anpassbar?
Es gibt verschiedene Anpassungsmöglichkeiten mit dem PADDLE®: Kammerweite einstellen, Klettkissenfüllung und -Positionierung sowie individuell polsterbare Schabracken. Gerne berät ein SIGNUM Mitarbeiter auch vor Ort zum jeweiligen Pferd.
Welche PADDLE®-Größe passt mir?
Die Größe des PADDLE® richtet sich nach der Sitzgröße des Reiters, nicht nach der Rückenlänge des Pferdes. Im Zweifelsfall sollte lieber die größere PADDLE®-Größe gewählt werden.