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Was versteht man unter Longieren?   

Beim Longieren bewegt sich das Pferd kreisförmig an einer langen Leine – der Longe –um den Menschen herum. Der Longenführer gibt Tempo, Gangart, Richtung und Übergänge über Körpersprache, Stimme und Leinenführung vor. Longieren wird häufig zur Ausbildung, Gymnastizierung, zum Muskelaufbau oder zur Bewegung des Pferdes ohne Reitergewicht eingesetzt. 

Ein Longierzirkel oder Roundpen hilft dem Pferd durch die optische Umzäunung einfacher eine gleichmäßige Kreislinie um den Menschen zu finden. Schon auf der Kreislinie können Stangen, Gassen oder Pilonen für zusätzliche Aufgaben genutzt werden. So wird die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter geschult und die Balance und Koordination des Pferdes entsprechend seines Trainings- und Ausbildungsstandes ohne Reitergewicht gefordert.  

Funktioniert die Hilfengebung zwischen Pferd und Mensch bereits gut, kann auch auf Reitplätzen oder größeren Flächen longiert werden. Auch kann bei fortgeschrittenem Training die Kreislinie durch die Kombination verschiedenster Hufschlagfiguren erweitert werden (gerade Strecken, Schlangenlinien, Volten) und die Aufgabenstellung ideal an das Training des Pferdes angepasst werden. 

 

Für was ist Longieren gut?  

Longieren ist gut für die Verbesserung von Balance, Koordination, Losgelassenheit und Aufmerksamkeit. Es eignet sich hervorragend, um junge Pferde an das Training zu gewöhnen, Pferde ohne Reitergewicht zu bewegen oder gezielt an Übergängen und Rhythmus zu arbeiten. Zudem ist Longieren eine wertvolle Ergänzung zum Reiten und sorgt für Abwechslung im Trainingsalltag. Longieren ist also mehr, als das Pferd einfach im Kreis um den Reiter laufen zu lassen, damit es seine überschüssige Energie vor dem Reiten loswerden kann. Das Longieren sollte immer an den aktuellen Ausbildungsstand des Pferdes angepasst sein und diesen weiter fördern.  


Ist Longieren gut für Pferde?  

Richtig ausgeführt ist Longieren sehr gut für Pferde, da es Bewegung ohne Reitergewicht ermöglicht und gezielt Muskulatur sowie Beweglichkeit fördert. Wichtig sind dabei ausreichend große Kreise, häufige Handwechsel und das richtige Tempo. Falsches oder zu einseitiges Longieren kann zu Fehlbelastungen führen – daher ist korrekte Technik entscheidend.


Welche Fehler können beim Longieren gemacht werden?

Zu hohes Tempo

Das Pferd nicht gescheucht werden, Aufwärm- und Abkühlphase sind einzuhalten. 

Zu viel Belastung auf Gelenken und Sehnen

Falsches oder zu einseitiges Longieren kann zu Fehlbelastungen führen.

Zu lange Dauer

In der Regel sollte nicht länger als 30 Minuten longiert werden (inklusive Aufwärm- und Abkühlphase).

Pferd kann Kreislinie nicht halten

Die Hinterfüße des Pferdes sollten in die Spuren seiner Vorderfüße fußen und nicht auf mehreren Hufschlägen verteilt.

Hilfengebung nicht verständlich

Dem Pferd sollten alle Kommandos und Hilfen des Longenführers bekannt und verständlich sein.

Pferd versucht sich zu entziehen  

Das Pferd will nach außen wegziehen oder scheut während des Longierens.

 

Was macht eine gute Technik beim Longieren aus?  

Das Ziel einer guten Longenarbeit sollte immer sein, dass das Pferd in Selbsthaltung, locker und schwungvoll korrekt auf der Kreislinie um den Menschen läuft, also in korrekter Stellung und Biegung durch seinen gesamten Körper. Von oben betrachtet sollte das Pferd dieselbe Biegung in seinem Körper haben, wie die Kreislinie vorgibt. Seine Hinterfüße sollten in die Spuren seiner Vorderfüße fußen und nicht auf mehreren Hufschlägen verteilt. Dieses Ziel erfordert einen für das Pferd nachvollziehbaren Trainingsaufbau.  

Um dieses Ziel zu erreichen, sind Kappzäume die idealen Trainingshelfer, um dem Pferd Stellung und Biegung schonend beizubringen. Im ersten Schritt kann die Hilfengebung an der Hand beigebracht werden, bevor sie auf die Entfernung abgefragt wird. Die Longe wird dafür am Nasenriemen des Kappzaums eingehängt, in dem häufig ein Eisen in der Form der Pferdenase verbaut ist. Wichtig ist bei der Passform des Kappzaums darauf zu achten, dass das Naseneisen anpassbar ist und damit parallel zur Pferdenase anliegt, keinen Nussknacker-Effekt haben kann und weich abgepolstert ist. Dann kann über den Nasenriemen dem Pferd ein klares und verständliches Signal mit einer leichten, seitlichen Hebelwirkung gegeben werden. Das Pferd lernt so eine korrekte Stellung und ein Verwerfen im Genick kann sanfter und leichter korrigiert werden als z.B. beim Longieren mit einer Trense. 

Warum nicht mit Trense longieren? 

Beim Longieren mit Trense entsteht durch die seitliche Einwirkung der Longe einseitiger Zug auf das Gebiss, der auf Zunge, Laden und Maulwinkel wirkt. Dies kann dem Pferd Schmerzen verursachen und zu Verspannungen und Unwohlsein führen. Sollte das Pferd nach außen auf eine größere Kreislinie drängen, kann hierbei sogar das gesamte Gebiss durch das Pferdemaul gezogen werden. Deshalb wird das Longieren mit Trense nicht empfohlen. Es bietet keine klare Hilfengebung und kann die gewünschte vertraute Anlehnung an das Trensengebiss nachhaltig schädigen. 

Eine gute Möglichkeit das Longieren zusätzlich mit einem Gebiss zu ermöglichen ist durch viele Kappzäume mit Bithangern möglich. Die Longe wird dann weiterhin an den Ringen des Nasenriemens befestigt, zusätzlich kann das Gebiss jedoch schon eingeschnallt werden. Dies kann bei der Ausbildung oder dem Anreiten eines Pferdes helfen. Wenn der Longenführer das Pferd noch vom Boden führt und der Reiter bereits auf dem Pferd sitzt und das Pferd an die Hilfengebung durch die Reiterhand gewöhnt. So können Hilfen ideal am Boden vorbereitet und auf das Reiten übertragen werden. 

 

Warum sollte man mit Kappzaum longieren? 

Ein Kappzaum ermöglicht eine gebisslose, gleichmäßige Einwirkung über den Nasenrücken und erlaubt eine präzise Stellung und Biegung des Pferdes. Er schont das empfindliche Maul und ist ideal für gymnastizierendes Longieren, Bodenarbeit und Muskelaufbau.

Zu den Kappzäumen


Welche Kappzäume und Longen gibt es von SIGNUM?


 
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Wie lange sollte man ein Pferd longieren? 

Die Dauer der Longier-Einheit sollte sich nach dem Pferd, seinem aktuellen Trainings- und Ausbildungsstand sowie die Intensität der Einheit richten. Die Dauer des Longierens sollte in der Regel 30 Minuten nicht überschreiten, inklusive Aufwärm- und Abkühlphase. Besonders junge oder untrainierte Pferde profitieren von kürzeren Einheiten. Qualität ist wichtiger als Dauer – kurze, konzentrierte Trainingseinheiten sind effektiver und schonender.  



Wie oft sollte man ein Pferd longieren?   

Ein Pferd kann je nach Trainingszustand ein- bis dreimal pro Woche longiert werden. Longieren sollte immer als Ergänzung zum Reiten oder zur Bodenarbeit eingesetzt werden und nicht täglich erfolgen, um einseitige Belastungen zu vermeiden. Abwechslung im Trainingsplan sorgt für gesunde Entwicklung und langfristige Motivation. 



Ist Longieren gut zum Muskelaufbau?   

Ja, Longieren ist sehr gut zum Muskelaufbau, insbesondere der Rücken- und Hinterhandmuskulatur. Durch korrektes Vorwärts-Abwärts, Übergänge und Aktivierung der Hinterhand lernt das Pferd, den Rücken aufzuwölben und tragfähige Muskulatur zu entwickeln. Voraussetzung ist jedoch eine saubere, pferdegerechte Longierarbeit ohne Zwang.