Wie viele Sattelarten gibt es?
Es lässt sich keine exakte Anzahl an Sattelarten im Reitsport definieren, da Sättel im Laufe der Zeit kontinuierlich verändert, weiterentwickelt und neu konzipiert werden. Je nach Definition lassen sich aktuell etwa 10-15 Haupt-Sattelarten zum Reiten benennen, die derzeit am weitesten verbreitet sind. Auf wesentliche Sattelarten wie Dressurattel, Springsattel und weitere gehen wir im folgenden Artikel näher ein.
Was für Sattelarten gibt es?
Unter der Vielzahl an unterschiedlichen Sattelarten gehören diese zu den gängigsten:
Dressursattel
Dressursättel sind, wie ihr Name verrät, speziell für die Anforderungen in der Dressur konzipiert. Der beliebte und heutzutage weit verbreitete Klassiker eines Dressursattels besticht durch seinen tiefen Sitz und seine Eleganz in schlichter und edler Optik.
Springsattel
Der Springsattel – ein Sattel speziell für das Springreiten – ermöglicht dem Reiter die ideale Sitzposition über dem Sprung. Der flache Sitz und das weit nach vorne vorgezogenen Sattelblatt mit Pauschen unterstützen den Reiter im leichten Sitz über dem Sprung.
Working Equitation Sattel
Mit der Entwicklung der südeuropäischen Arbeitsreitweisen haben sich parallel typische Arbeitssättel geformt, die den Anforderungen eines Rinderhirten und seinem Pferd bei der täglichen Arbeit gerecht werden. Heutzutage gibt es verschiedene Sättel für die Working Equitation.
Wanderreitsattel
Wer mit seinem Pferd die Welt erkunden und sehr lange Ausritte oder gar Wanderritte unternehmen möchte, wird sich in einem Wanderreitsattel wohl fühlen. Ein Wanderreitsattel ist speziell für die Anforderungen eines so langen Rittes konzipiert und gewährleistet Komfort für Reiter und Pferd auch auf längeren Distanzen.
Spanischer Sattel
Spanische Sättel gehören zur Familie der Arbeitssättel. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, darunter den Vaquerosattel und den spanischer Schulsattel mit seinen charakteristischen Galerien. Eines haben sie immer gemeinsam: sie sind absoluter Blickfänger!
Barocksattel
Ein Barocksattel ist mehr als ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Unter einem Barocksattel im historischen Sinne gehören Sättel, welche sich vor allem in Spanien und Portugal entwickelt haben. Auch heute noch gibt es moderne Barocksättel für höchsten Komfort von Pferd und Reiter.
Baumloser Sattel
Auf den ersten Blick können baumlose Sättel genau wie ein konventioneller Sattel aussehen. Erst der Kern verrät, ob es sich um einen Sattel mit festem Sattelbaum, einem flexiblem Sattelbaum oder einen baumlosen Sattel handelt. Heutzutage gibt es eine ganze Vielfalt baumloser Sättel.
Gebrauchter Sattel
Unabhängig davon, für welchen Einsatzzweck der Sattel konzipiert wurde (z.B. für Dressur oder Western), gibt es neben dem Kauf eines neuen Sattels auch die Option, auf einen gebrauchten Sattel zurückzugreifen. Ein gebrauchter Sattel ist kostengünstiger als ein neuer Sattel und daher vor allem für Reiter mit geringerem Budget sehr interessant.
Wie wählt man die richtige Sattelart aus?
Für die Auswahl der Sattelart ist wichtig zu wissen, ob der Sattel speziell für eine Reitweise oder Disziplin geeignet sein soll bzw. wofür der Sattel am meisten verwendet wird. Einige Sattelarten sind für eine spezielle Disziplin gemacht, andere sind echte Allrounder.
Spezial-Sättel:
- Ein Dressursattel mit einem schmalen und tiefen Sitz bringt den Reiternah ans Pferd, ist aber für längere Ausritte oder gar einen Wanderritt für Pferd und Reiter unkomfortabel und keine gute Wahl.
- Ebenso ermöglicht ein Springsattel mit Pauschen die optimale Sitzposition im leichten Sitz selbst über meterhohen Sprüngen, jedoch würde ein Springsattel dem Reiter keine ideale Sitzposition in der Dressur bieten.
- In einem Westernsattel kann man lässige Manöver oder auch lange Ritte genießen, jedoch käme man nicht auf die Idee, damit in einen Springparcours einzureiten.
- Ein spanischer Sattel, Vaquerosattel oder Wanderreitsattel sind für Komfort auf langen Strecken ausgelegt. Sie bieten eine Sitzposition, in der man als Freizeitreiter gerne lange Ausritte unternimmt oder das Pferd auf dem Reitplatz gymnastizieren kann.
Allround-Sättel:
- Ein Vielseitigkeitssattel oder ein Working Equitation Sattel sind als echte Allrounder gedacht und vereinen Vorteile für gleich mehrere Disziplinen wie Dressur, einen Trail oder kleinere Sprünge und bieten dem Reiter besonderen Halt in dynamischen Momenten.
Welche Probleme entstehen durch eine falsche Sattelart?
Jeder dieser Sättel vom Dressursattel bis zum Springsattel kann ein Meisterwerk der Sattlerkunst sein und perfekt auf das Pferd angepasst sein. Wir machen jedoch häufig die Erfahrung, dass Pferd und Reiter selbst mit einem gut passenden Sattel nicht immer glücklich sind, wenn er für einen anderen Zweck konzeptioniert wurde.
Unser Tipp:
Machen Sie sich vor dem Sattelkauf Gedanken darüber, wofür Sie ihren Sattel schwerpunktmäßig nutzen möchten und was der Sattel für Zusatzoptionen mitbringen soll, beispielsweise die Befestigung von Gepäck für Wanderritte oder einen besonders schmalen und tiefen Sitz für die Dressur. Bei einer Sattelanprobe können Sie den Sattler direkt auf ein passendes Modell für eine spezielle Reitweise oder Disziplin ansprechen. Mit dieser Information kann man schnell herausfinden, welche Modelle in die engere Auswahl kommen und zu dem passen, was Pferd und Reiter gemeinsam vorhaben.
Welche Satteltypen gibt es?
Unabhängig von der Sattelart – also beispielsweise Dressursattel, Westernsattel oder Barocksattel - können drei Typen von Sattel unterschieden werden:
- Sattelmodell von der Stange (nur bedingt veränderbar oder anpassbar)
- Konfektionssattel oder Teilmaßanfertigung
- Maßangefertigter Sattel
Konfektionssättel von der Stange
Ein Konfektionssattel ist ein vorgefertigtes, standardisiertes Grundmodell, welches an das Pferd angepasst wird. Dazu gehört in der Regel ein verstellbares oder austauschbares Kopfeisen sowie anpassbare Sattelkissen.
Individuell angefertigte Maßsättel
Ein Maßsattel wird bei speziellen Bedürfnissen und Wünschen von Pferd und Reiter an die Passform oder das Sitzgefühl als Einzelstück gefertigt.
Diese Gegebenheiten des Pferdes können für einen Maßsattel sprechen:
- ein empfindlicher Pferderücken
- eine besonders kurze Sattellage
- ein ausgeprägter Widerrist
- ein stark geschwungener Rücken
- "Problemstellen" wie Kissing Spines
Diese Wünsche und Anforderungen des Reiters können für einen Maßsattel sprechen:
- ein spezielles Sitzprofil z.B. ein tiefer Sitz und passgenau auf das Bein abgestimmte Pauschen für viel Stabilität
- gesundheitliche Probleme wie z.B. Hüftprobleme
Wie findet man den richtigen Sattel?
Bei einer Sattelanprobe können unterschiedliche Sättel auf dem Pferd ausprobiert werden. So hat der Reiter die Möglichkeit herauszufinden, in welchem Sattel bzw. Modell er sich am wohlsten fühlt. Während der Anprobe können alle Fragen und Wünsche mit dem Sattler besprochen werden, um den optimalen Sattel für Pferd und Reiter zu finden.
Ein Qualitätsmerkmal eines guten Sattelservice ist die persönliche Auslieferung des Sattels, damit noch einmal alle Details des Sattels auf dem Pferd überprüft werden können.
Sattelkontrollen & Sattelanpassungen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Sattelservice nach dem Kauf. Im Idealfall steht der Sattler auch nach dem Sattelkauf für regelmäßige Passformkontrollen zur Verfügung. Kleinere Anpassungen können z.B. bei einem verstellbaren Kopfeisen je nach Modell selbst vorgenommen werden.





