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Lederpflege – Ratgeber zu Reinigung & Pflege von Leder


Darum ist Leder besonders

Leder ist ein Geschenk der Natur. Wir verwenden für unsere Sättel keine kunststoffbeschichteten Leder, sondern offenporige Leder von bester Qualität. Als authentisches Naturprodukt bleiben Naturmerkmale im Leder bewusst erhalten und sind ein Zeichen für dessen Ursprung. Das offenporige Leder bleibt atmungsaktiv und lässt Pflegemittel tief in seine Lederstruktur einziehen. Dies lässt das Leder nachdunkeln und verleiht ihm im Laufe der Zeit seine einzigartige Patina. Diese Eigenschaften bringen besondere Ansprüche für die richtige Lagerung, Reinigung und Pflege des Leders mit sich. Dazu möchten wir Ihnen in diesem Artikel unsere Tipps und Empfehlungen mit auf den Weg geben, damit das Leder über viele Jahre seine Geschmeidigkeit und Haltbarkeit behält. 

Warum ist Lederpflege wichtig? 

Leder ist ein natürliches Material, das durch tägliche Nutzung und Umwelteinflüsse wie Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Schmutz und Schweiß belastet wird. Ohne regelmäßige Pflege kann das Leder austrocknen, spröde werden, seine Farbe verändern oder brüchig werden. Eine hochwertige Lederpflege versorgt das Material mit wichtigen rückfettenden Inhaltsstoffen, erhält die Geschmeidigkeit und verlängert die Lebensdauer erheblich. Außerdem schützt es vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz, wodurch das Material widerstandsfähig bleibt. Wer Leder regelmäßig reinigt und pflegt, bewahrt nicht nur die Optik, sondern verlängert auch die Lebensdauer seiner Lederprodukte.

Was kann man zur Lederpflege nehmen? 

Für die Lederpflege eignen sich verschiedene Produkte, abhängig von der Lederart und dem gewünschten Pflegeeffekt. Besonders beliebt sind: 

  • Lederbalsam 
  • Lederfett 
  • Ledercreme 
  • Lederlotion / Ledermilch
  • Lederöl

Diese Produkte spenden Feuchtigkeit, pflegen die Oberfläche und schützen vor Austrocknung.  Moderne Pflegeprodukte enthalten oft Kombinationen aus Bienenwachs, Lanolin und pflegenden Ölen, die das Leder geschmeidig halten, ohne die Atmungsaktivität zu beeinträchtigen. 

Was kann man zur Lederreinigung nehmen? 

Zur Lederreinigung sollten ausschließlich ledergeeignete Reinigungsmittel wie Leder- oder Sattelseifen verwendet werden. So geht's: 

  1. Entfernen Sie Verschmutzungen wie Dreck- oder Schweißrückstände auf der Oberfläche mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch. Ideal ist unser SIGNUM Lederpflegetuch, denn es hat eine Baumwoll- und eine Mikrofaser-Seite. Die Mikrofaser-Seite eignet sich hervorragend für die Reinigung der Metallteile und Schnallen an Sattel und Zaumzeugen. Die kurzflorige und fusselarme Baumwollseite ist weicher, sanfter und weniger abrassiv gegenüber Leder und verhindert bei korrekter Anwendung Mikrokratzer im Leder. 
  2. Verwenden Sie passend zur Lederart spezielle Lederreiniger, Lederseife oder einen Lederschaum, um stärkeren Schmutz zu lösen.

Aggressive Haushaltsreiniger, Alkohol oder lösungsmittelhaltige Produkte sollten nicht verwendet werden, da diese die Schutzschicht des Leders beschädigen können. Nach der Reinigung sollte immer eine Lederpflege aufgetragen werden, um die während der Reinigung verlorenen schützenden Fette wieder auszugleichen. 

Lederpflege Zubehoer

Wie trägt man Lederpflege auf? 

Vor dem Auftragen der Lederpflege sollte das Leder gründlich gereinigt und vollständig trocken sein. Anschließend wird eine kleine Menge des Pflegeprodukts mit einem weichen Tuch oder Schwamm in kreisenden Bewegungen gleichmäßig auf die Oberfläche aufgetragen. Wichtig ist, die Pflege sparsam zu dosieren, da zu viel Lederpflege die Poren des Leders verschließen kann. Nach dem Auftragen sollte die Pflege sorgfältig verteilt werden, damit keine Flecken oder Rückstände entstehen. Nach der Einwirkzeit kann das Leder mit einem sauberen Tuch nachpoliert werden, um einen gleichmäßigen Glanz zu erzielen.

Wie lange sollte man Lederpflege einwirken lassen? 

Die genaue Einwirkzeit hängt vom verwendeten Lederpflegeprodukt und dem Zustand des Leders ab: 

  • die Lederpflege sollte mindestens 15 bis 30 Minuten einziehen 
  • bei besonders trockenem oder stark beanspruchtem Leder kann auch eine längere Einwirkzeit von mehreren Stunden oder mehrfache Reinigungsgänge sinnvoll sein, bis das Leder "gesättigt" ist. Bei stark beanspruchten Bereichen wie den Gurtstrupfen, die dem aggressiven Pferdeschweiß besonders ausgesetzt sind, kann die Pflege mehrfach wiederholt werden und generell häufigier stattfinden.
  • das Pflegeprodukt kann man auch über Nacht einziehen lassen und überschüssige Pflege am nächsten Tag mit einem weichen Tuch entfernt werden, damit die Oberfläche nicht schmierig ist

Welche Lederpflege ist die beste? 

Die beste Lederpflege hängt von der jeweiligen Lederart und den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Leders ab: 

  • Glattleder: Für Glattleder sind hochwertige Ledercremes und -balsame mit natürlichen Wachsen besonders gut geeignet.  
  • Wildleder: spezielle Imprägniersprays, die die Struktur des Wildleders nicht verkleben.
  • Kunstleder: spezielle Pflegemittel für synthetische Leder.

Generell sollte eine gute Lederpflege frei von aggressiven Lösungsmitteln sein und pflegende Inhaltsstoffe wie Bienenwachs, Lanolin oder hochwertige Öle enthalten.

Welche Lederpflege für Glattleder? 

Für Glattleder eignen sich Ledercremes, Lederbalsame und Lederpflegemilch besonders gut. Diese Produkte versorgen das Leder mit Feuchtigkeit, schützen vor Austrocknung und bewahren seine natürliche Elastizität. Produkte mit Bienenwachs bieten zusätzlich einen leichten Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz. Vor der Pflege sollte das Glattleder immer gereinigt werden, damit die Pflegestoffe optimal eindringen können. 

Welche Lederpflege für Wildleder? 

Wildleder, Veloursleder und Nubukleder benötigen spezielle Wildlederpflegesprays und Imprägniermittel. Herkömmliche Ledercremes oder Lederfette sind ungeeignet, da sie die charakteristische, samtig-weiche Oberfläche verkleben können. Das Wildlederpflegespray schützt das Material vor Nässe und Schmutz, ohne die Struktur zu verändern. Für die Reinigung empfiehlt sich eine spezielle Wildlederbürste, mit der sich Verschmutzungen und Druckstellen schonend entfernen lassen. 

Kann man Kunstleder mit Lederpflege behandeln? 

Kunstleder sollte nicht mit klassischer Lederpflege behandelt werden, da das synthetische Material die pflegenden Öle und Wachse nicht aufnehmen kann. Dadurch kann es zu Flecken oder einer schmierigen Oberfläche kommen. Für Kunstleder gibt es spezielle Pflegemittel, die auf die Eigenschaften des synthetischen Materials abgestimmt sind. Zur Reinigung reicht der Kunstlederreiniger aus, es wird anschließend kein Lederfett oder Lederöl benötigt. 

Wie oft sollte Leder gepflegt werden? 

Wie häufig Leder gepflegt werden sollte, hängt von der Nutzung, der Verschmutzung und den Umwelteinflüssen ab. Als Richtwert gilt:   

  • alle 2–3 Monate eine gründliche Pflege durchführen
  • alle 4–6 Wochen bei stark beanspruchtem Leder – beispielsweise Zaumzeug oder Ausrüstung, die starkem Schweiß oder Regen ausgesetzt ist  
  • 2–4-mal pro Jahr bei weniger genutzten Lederteilen. Sobald das Leder trocken wirkt, knarzt, heller wird oder sich hart anfühlt, ist es höchste Zeit für die Pflege


Grundsätzlich gilt: Sobald das Leder trocken wirkt, an Glanz verliert oder sich rau anfühlt, ist eine erneute Pflege sinnvoll.

Welche Seife ist zur Lederreinigung geeignet?

Für die Reinigung von Glattleder eignen sich milde Lederseifen oder spezielle Sattelseifen. Normale Haushaltsseifen oder aggressive Reinigungsmittel sollten vermieden werden, da sie dem Leder Fett entziehen und die Oberfläche austrocknen können. Nach jeder Reinigung mit Seife sollte eine passende Lederpflege erfolgen, um das Material wieder geschmeidig zu halten. 

Ist Sattelseife gut oder schlecht für die Lederpflege?

Sattelseife ist grundsätzlich gut für die Reinigung von Leder geeignet, deckt aber nicht die komplette Lederpflege ab. Sie entfernt Schmutz, Fette und Rückstände effektiv von der Oberfläche des Leders, aber dabei auch natürliche Fette, die das Leder vor dem Austrockenen schützen. Nach der Anwendung von Sattelseife sollte daher immer ein Lederbalsam oder eine Ledercreme aufgetragen werden.

Wie kann man das Quietschen von Leder stoppen? 

Wenn der Kontakt von Leder auf Leder – zum Beispiel von Steigbügelriemen auf dem Sattelblatt – zu einem Quietschen führt, kann man die verursachende Stelle mit dem "Hausmittel" Babypuder ausfindig machen. Dieses verhindert das Quietschgeräusch meist sofort, hat jedoch nur einen kurzzeitigen Effekt. Um das Quietschen von Leder langfristig zu beseitigen, empfehlen wir die Verwendung von POEX Ledercreme an der betroffenen Stelle (meist reiben hier zwei Lederflächen direkt aufeinander). Diese Ledercreme auf Wasserbasis trocknet transparent und verhindert langfristig Knarzgeräusche und mindert Verschleißreibung. Das Produkt wird mit einem Lappen dünn aufgetragen und bildet einen dauerhaften Schutzfilm.

Zur PEOX Ledercreme

Welches Öl ist gut für die Lederpflege?

Für die Lederpflege sind spezielle Lederöle empfehlenswert, die tief in das Material eindringen und es geschmeidig machen. Pflanzenöle wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl sind nicht empfehlenswert, da sie ranzig werden oder Flecken auf dem Leder verursachen können.  

Stark beanspruchte Bereiche wie die Gurtstrippen können abhängig von ihrer Beanspruchung regelmäßig mit Lederöl behandelt werden. Die Gurtstrippen kommen besonders intensiv mit dem salzigen Schweiß des Pferdes in Berührung, welcher das Leder stark angreift. Eine sorgfältige Reinigung und Pflege ist notwendig, um ein Austrocknen zu verhindern und das Leder geschmeidig und stabil zu behalten. Trockenes Leder wird nämlich schnell brüchig und das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass eine Gurtstrupfe unter starker Belastung reißt! Kontrollieren Sie daher unabhängig von der Pflegeintensität alle sicherheitsrelevanten Bestandteile (Gurtstrupfen, Steigbügelriemen) vor dem Gebrauch und tauschen diese zu Ihrer Sicherheit regelmäßig aus!  

Ist Vaseline gut für die Lederpflege?

Vaseline ist keine ideale Lederpflege, da sie hauptsächlich einen Film auf der Oberfläche bildet und nur begrenzt in das Material eindringt. Bei häufiger Anwendung kann Vaseline die Poren des Leders verschließen und Schmutz stärker anziehen. Für eine nachhaltige Pflege sind spezielle Lederbalsame, Ledercremes oder Lederfette deutlich besser geeignet. Diese ziehen tief in das Leder ein und pflegen es besser als Vaseline.

Kann man Nivea für die Lederpflege verwenden?

Nivea-Creme ist nicht für die Anwendung auf Leder geeignet, da Inhaltsstoffe aus der Creme Rückstände auf dem Leder hinterlassen, zu Flecken führen oder die Poren des Leders verstopfen können. Nivea-Creme wurde für menschliche Haut entwickelt und weist daher einen anderen pH-Wert auf als ein Produkt zur Lederpflege. Außerdem enthält Nivea-Creme Wasser und Duftstoffe, die nicht optimal für den Einsatz bei Leder sind und die Lederstruktur schädigen können. Stattdessen sollten lieber speziell entwickelte Lederpflegeprodukte verwendet werden, die auf die Bedürfnisse von Leder abgestimmt sind und das Leder langfristig optimal pflegen.  

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