Was zeichnet einen passenden Sattel aus?
Ein passender Sattel muss optimal zur Körperform des Pferdes und den Anforderungen von Pferd und Reiter passen – das ist individuell von Fall zu Fall sehr verschieden. Entscheidend für einen hohen Komfort des Sattels sind:
- Angemessene Länge
- Passende Sitzgröße für den Reiter
- Möglichst große Auflagefläche
- Sattelbaum passend zur Rückenform
- Gleichmäßige Druckverteilung
- Ausreichend Schulterfreiheit
- Ausreichende Kammerweite für den Widerrist
- Gleichmäßige Polsterung, die elastisch, weich und gleichzeitig tragfähig ist
- Gute Anpassbarkeit
- Satteltyp passt zu Einsatzziel/Disziplin von Pferd und Reiter
- Ausreichend breiter Wirbelsäulenkanal
- Korrekter Schwerpunkt
Kann man jeden Sattel anpassen lassen?
Nicht jeder Sattel kann gleichermaßen angepasst werden. Während hochwertige Ledersättel mit verstellbarem Kopfeisen und Wollpolsterung oft vielfältig verändert werden können, sind die Möglichkeiten bei Sätteln mit festen Kissen oder nicht auswechselbarem Sattelbaum sowie Kopfeisen häufig begrenzt. Beispielsweise haben traditionelle Vaquerosättel und auch einige Westernsättel weder verstellbare Kopfeisen, noch eine anpassbare Polsterung und sind daher nur sehr bedingt veränderbar. Klassische Pritschensättel haben zumeist eine veränderbare Polsterung und je nach Sattelkonzept schon ein austauschbares oder maschinell verbiegsames Kopfeisen. Ob eine Anpassung sinnvoll und technisch möglich ist, hängt von Bauweise, Zustand und Form des Sattels in Anbetracht des jeweiligen Pferderückens ab. Eine fachkundige Begutachtung durch einen Sattler schafft hier Klarheit. Moderne Sattelkonzepte wie das OMEGA Sattelkonzept sind auf die Anpassbarkeit ausgerichtet. Hier können selbst nachträglich Veränderungen am Sattelbaum oder ein kompletter Baumtausch vorgenommen werden. Die OMEGA Sättel verfügen zudem über ein von außen stufenlos verstellbares Kopfeisen sowie beliebig oft veränderbare Kissenfüllungen.
Kann man jeden Sattel auf jedes Pferd anpassen?
Nein, nicht jeder Sattel lässt sich auf jedes Pferd anpassen. Die Kammerweite, Auflagefläche und Form des Sattels müssen zur Anatomie des Pferderückens passen, damit der Sattel optimal sitzt. Viele Sattel-Modelle bieten zwar Anpassungsmöglichkeiten, dennoch muss die Grundform von Sattel und Pferderücken zusammenpassen. Ist dies nicht der Fall, kann ein ungeeigneter Sattel selbst nach einer Anpassung noch Druckstellen verursachen. Je nach dem, ob es sich beim Sattel um ein Stangenmodell, Konfektionssattel oder Maßsattel handelt, ist der Umfang der Anpassungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich. Während ein Sattel von der Stange in seinen bereits vorgefertigten Möglichkeiten angepasst werden kann, wird ein Konfektionssattel in einigen Bereichen und ein Maßsattel vollständig nach den Maßen und Bedürfnissen von Pferd und Reiter angefertigt. Damit ist auch der Umfang der später möglichen Anpassungen im Prinzip schon vorgegeben. Außerdem ist entscheiden, ob ein Sattel zu Beginn für das Pferd gebaut wird und dann im Laufe der Zeit lediglich auf dessen Veränderungen angepasst werden soll, oder ob es um einen bestehenden Stangensattel oder Gebrauchtsattel geht, der für ein anderes Pferd gebaut wurde und nun neu angepasst werden soll.

Welche Sättel kann man selbst anpassen?
Selbst anpassen lassen sich vor allem Sättel mit verstellbarer Kammerweite, austauschbaren Kopfeisen sowie veränderbaren Pauschen und Kissen. Bei diesen Modellen können Reiter Veränderungen selbst vornehmen, um den Sattel an die Rückenform des Pferdes anzupassen. Auch Korrekturpads können kurzfristig helfen, kleinere Passformprobleme auszugleichen. Umfangreiche Änderungen an Sattelbaum, Polsterung oder Schwerpunkt sollten jedoch immer von einem professionellen Sattler durchgeführt werden. Innovative Hybrid-Systeme aus Sattel und Reitpad wie das PADDLE® sind flexibel einstellbar und können auch ohne Sattler individuell an den Pferderücken angepasst werden. Das PADDLE® ist auch eine optimale Übergangslösung, z.B. wenn ein Sattel beim Sattler ist oder um in Phasen von starken Veränderungen des Pferdes eine Alternative zum Sattel zu haben.
Was macht das PADDLE® besonders?
Das PADDLE® zeichnet sich durch diese Besonderheiten aus:
- einfache und selbständige Anpassbarkeit an den Pferderücken
- stufenlos verstellbares Kopfeisen für Anpassung ohne Sattler
- Wirbelsäulenfreiheit durch variabel positionierbare Klettkissen
- Nutzung von Steigbügeln ist dank Druckverteilungselement ohne Druckspitzen möglich
- Viele Pferde zeigen eine sofortige positive Veränderung unter dem PADDLE® und bewegen sich freier und losgelassener
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Kann man das PADDLE® ausprobieren?
Ja, entweder bei einer unverbindlichen Sattelanprobe mit dem Team von SIGNUM vor Ort oder über ein Mietprodukt, das man über den SIGNUM Online-Shop ausleihen kann.
Wie kann man einem Pferd den Sattel richtig anpassen?
Um einen Sattel selbst richtig anzupassen, sollten Widerristfreiheit, Kammerweite, Auflagefläche und Schwerpunkt passen.
Folgendes sollte überprüft werden:
- Bietet der Sattel ausreichend Widerristfreiheit? => Das Kopfeisen sollte keinesfalls auf dem Widerrist aufliegen, sondern mindestens zwei bis drei Finger über dem Widerrist sein. An den Seiten sollten ca. zwei Finger zwischen Widerrist und Sattel Platz haben (im Bereich über dem Beginn der Auflagefläche vom Kopfeisen an der Schulterpartie), um die Biegung der Wirbelsäule nicht einzuschränken.
- Ist der Schwerpunkt an der richtigen Stelle? => Der tiefste Punkt der Sitzfläche – der Schwerpunkt des Sattels – sollte sich bei klassischen Sattelmodellen wie z.B. einem Dressursattel etwa in der Mitte des Sattels befinden. So kann der Reiter korrekt sitzen, also mit Schulter, Hüftgelenk und Ferse in einer senkrechten Linie. Hinweis: Der Schwerpunkt bei einem klassischen Sattel liegt mittig, bei einem Westernsattel oder Arbeitssattel typischerweise etwas weiter hinten.
- Ist der Wirbelkanal breit genug? => Die Sattelkissen sollten nicht auf die Wirbelsäule des Pferdes drücken. Der Sattel muss ausreichend Höhe über der gesamten Wirbelsäule haben, darf also auch nirgends punktuell auf der Wirbelsäule aufliegen. Ist der Wirbelkanal zu eng, kann dies meist nur durch einen Sattler angepasst werden.
- Passt die Polsterung? => Die Polsterung sollte von vorne nach hinten gleichmäßig aufliegen und keine Druckstellen oder Brückenbildung verursachen.
Wichtiger Hinweis: Die Passform sollte am stehenden Pferd und danach in der Bewegung kontrolliert werden, da sich Probleme oft erst unter dem Reiter zeigen. Für eine optimale Begutachtung und Anpassung empfiehlt sich die Unterstützung durch einen qualifizierten Sattler.

Wie kann man den Sattel bei Veränderungen der Muskulatur anpassen?
Verändert sich die Muskulatur des Pferdes durch Training, Wachstum, Reha oder Gewichtsveränderungen, muss häufig auch die Sattelpassform angepasst werden. Je nach Sattelmodell können die Kammerweite verändert, die Polsterung neu verteilt oder die Sattelkissen nachgepolstert werden. Bei vorübergehenden Veränderungen können auch Korrekturpads oder polsterbare Schabracken unterstützen. Um Druckstellen und Verspannungen zu vermeiden, sollte die Passform regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf professionell angepasst werden. Das PADDLE® ist für diese Phasen eine ideale Ergänzung zu einem Sattel, um flexibler auf muskuläre Veränderungen reagieren zu können.