Gibt es einen Dresscode in der Working Equitation?
Ja, laut nationalem WED-Regelwerk gelten feste Vorgaben für die Kleidung von Working Equitation Reitern. Laut Regelwerk soll die Kleidung möglichst landestypisch und aus einem Guss sein. Man soll sich seiner eigenen Nationalität entsprechend in einem stilreinen Outfit kleiden und die traditionsreiche Kleidung und Ausrüstung der Arbeitsreitweise tragen, die man verkörpert. Auf Turnieren, denen das WED-Reglement zugrunde liegt, gibt es also keine "freie Stilwahl" wie im internationalen Kontext. Bei international ausgeschriebenen Turnieren (WAWE) gelten abweichende Regeln.
Welche Kleidung ist bei der Working Equitation erlaubt?
Auf Working Equitation Turnieren müssen folgende Pflichtbestandteile hinsichtlich der Kleidung erfüllt werden:
- langärmeliges, hochgeschlossenes Turnierhemd oder -Bluse
- Weste oder Jackett
- schlichte, lange Reithose
- Reitschuhe (mindestens knöchelhoch, ggf. mit Chaps)
- optional: Halstuch oder Krawatte
- Kopfbedeckung ist Pflicht; Reithelm empfohlen, aber nicht vorgeschrieben
- Helmpflicht gilt für Junioren bis 18 Jahre sowie für Reiter mit Handicap
- Veranstalter kann eine eigene Helmpflicht für sein Turnier aussprechen
- Farben: gedeckt, schlicht, zum Pferd passend – kein Glitzer, keine Strasssteine, keine knalligen Farben, kein Schwarz-Weiß-Look

Wichtige Hinweise
- Die Präsentationsnote gibt es nur in Dressur und Stiltrail (nicht in Speedtrail und Rinderarbeit). Sie fließt nur einfach in die Gesamtwertung ein.
- Bei international ausgeschriebenen Turnieren (WAWE) gelten andere Regeln als bei einem Turnier nach nationalem Regelwerk (WED).
- Zusätzlich wichtig, unabhängig vom Outfit:
- Parcoursbegehung und Siegerehrung müssen im vollständigen Turnieroutfit inkl. Stiefel und Kopfbedeckung erfolgen – sonst droht Disqualifikation.
- Das Pferd braucht immer zwei Kopfnummern (keine feste Regel wo, z. B. am Zaumzeug oder Schabracke – Hauptsache eine pro Seite).
- Hilfszügel sind überall verboten, auch beim Abreiten.
Welche Kleidung braucht ein Reiter für die Working Equitation?
Im deutschen Championats-Team der Working Equitation Reiter orientiert man sich an der militärischen Tradition vor dem ersten Weltkrieg, also angelehnt an das Outfit der damaligen Kavallerie:
- dunkle, enganliegende Reithose
- dunkles Jakett mit auffälligen Knöpfen
- hohe Lederreitstiefel

Ist eine Kopfbedeckung bei der Working Equitation Pflicht?
Ja, eine Kopfbedeckung muss bei der Working Equitation verpflichtend getragen werden. Ob Strohhut, Cappy oder Casquette wählt der Reiter passend zum Gesamtoutfit und der Tradition seiner Nationalität oder seiner Arbeitsreitweise. Eine Helmpflicht gibt es auf Working Equitation Turnieren generell nicht, nur für Junioren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und für Reiter mit Handicap. Ein Reithelm wird jedoch ausdrücklich empfohlen und jeder Veranstalter kann für sein Turnier eine generelle Helmpflicht aussprechen.

Fließt das Outfit mit in die Präsentationsnote ein?
Ja, die stilreine Präsentation der Pferd-Reiter-Paare fließt in die Präsentationsnote für Dressur und Stiltrail mit ein. Der Look sollte stets zur jeweiligen Arbeitsreitweise (Spanisch, Portugiesisch, Camargue, Italienisch, Argentinisch, Western u.a.) passen. Bei Nichteinhaltung erfolgt ein Abzug in der Präsentationsnote.
Welche internationale Kleidung wird bei der Working Equitation getragen?
International übliche, traditionellen Reitstile in der Working Equitation und ihre charakteristischen Outfits:
Vaqueros aus Spanien
- typische Kleidung: taillierte, kurzgeschnittene Jacke und farblich passende Weste mit einem weißen Baumwollhemd mit hohem Kragen darunter. Damen tragen Hosenröcke, Herren hochgeschnittene Hosen in 7/8-Länge.
- Kopfbedeckung: Sombrero mit Kinnband
- charakteristische Merkmale: Lederschurz (Zahones) zum Schutz der Beine vor Dornen etc., kastenförmigen Steigbügel



Campinos aus Portugal
- typische Kleidung: taillierte, kurzgeschnittene Jacke und farblich passende Weste mit einem weißen Baumwollhemd mit hohem Kragen darunter.
- Kopfbedeckung: schlichter, einfarbiger Hut mit flacher Krempe
- charakteristische Merkmale: Xairel (Fell von Ziege oder Fuchs, das hinter dem Sattel angebracht wird und den Reitermantel/Reitrock vor Schmutz und Pferdeschweiß schützen soll)



Gardians aus der Camargue in Frankreich
- typische Kleidung: dunkelblaue Hose und dunkelblaue Weste, hellblaues oder blau-weiß kariertes Langarmhemd
- Kopfbedeckung: Hut mit breiter Krempe, oft mit farbigem Band
- charakteristische Merkmale: Farbkombination Weiß-Blau, braun karierte Schabracke, Korbsteigbügel



Butteri aus der Maremma in Italien
- typische Kleidung: weißes, langärmeliges Hemd und eine graue oder braune Weste darüber. Enganliegende Hose und hohe Lederstiefel. Damen tragen einfarbige Hosenröcke und eine farblich passende Weste.
- Kopfbedeckung: schlichter, einfarbiger Hut, oft mit farbigem Band
- charakteristische Merkmale: die üblichen Farben sind Graun, Olivgrün, Braun und Graubraun



Welche Kleidung & Ausrüstung ist in den einzelnen Disziplinen erlaubt?
Dressur:
- Nichts an den Pferdebeinen (also keine Gamaschen oder Glocken)
- Jackett-Pflicht ab Leistungsklasse L
Stiltrail:
- Jackett-Pflicht ab Leistungsklasse L
- Gamaschen/Bandagen und Glocken sind erlaubt
Speedtrail:
- Darf auch mit Weste geritten werden (keine Jackett-Pflicht)
- Gamaschen/Bandagen und Glocken sind erlaubt
Rinderarbeit:
- Darf auch mit Weste geritten werden (keine Jackett-Pflicht)
- Gamaschen/Bandagen und Glocken sind erlaubt
Für alle Disziplinen gilt zusätzlich:
- Fliegenmütze ist immer erlaubt
- Nasennetz ist erlaubt
- Fliegenmaske ist verboten
- Vorderzeug ist immer erlaubt (wird erfahrungsgemäß meist nur in den Trails genutzt)
- Auf dem Abreiteplatz sind Gamaschen auch bei der Dressur erlaubt, werden dort aber selten genutzt, da ein versehentliches Anbelassen auf den Prüfungsplatz zur Disqualifikation führen würde
- Nicht offiziell geregelt, aber gängige Praxis: In Speedtrail und bei der Rinderarbeit werden Schweife oft hochgebunden, damit sie nicht im Parcours hängen bleiben oder etwas umwerfen
Dürfen Sporen in der Working Equitation verwendet werden?
Sporen dürfen eine maximale Länge von 4 cm ggf. inklusive bewegliche Rädchen (gemessen vom Stiefel) haben. Folgende Ausnahmen gibt es:
- WF: keine Sporen erlaubt
- WR/WE: nur stumpfe Sporen ohne Rädchen erlaubt, max. 2 cm Länge

Darf in der Working Equitation eine Gerte genutzt werden?
In den Klassen WE bis WL ist die Verwendung einer Gerte erlaubt. Diese darf eine maximale Länge von 120 cm (inklusive Schlag) haben. In den Klassen WM und WS ist eine Gerte außerhalb der Prüfungen erlaubt.
Wichtiger Hinweis
Informieren Sie sich vor der Teilnahme an einem Working Equitation Turnier unbedingt über die gültigen Regelungen im aktuellen Regelwerk des WED. Das Regelwerk ist das Fundament der Working Equitation und wird regelmäßig ergänzt, korrigiert und angepasst. Verbindlich gültig ist ausschließlich die aktuelle PDF-Version des Reglements auf der Seite des WED.