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Der Barockzaum - Tradition & Funktion im Barockreiten


Was ist Barockreiten?

Barockreiten ist eine Reitweise, die sich an den traditionellen Ausbildungsprinzipien der klassischen Reitkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts orientiert. Im Mittelpunkt stehen die feine Kommunikation zwischen Pferd und Reiter, die Gymnastizierung des Pferdes sowie die Förderung von Balance, Versammlung und Leichtigkeit. Viele Elemente stammen aus den Lehren berühmter Reitmeister wie Antoine de Pluvinel oder François Robichon de la Guérinière. 

Was macht man beim Barockreiten?

Barockreiten verbindet historische Reitkultur mit moderner Pferdeausbildung und soll die natürliche Balance, Beweglichkeit und Versammlungsfähigkeit des Pferdes fördern. Höchstes Ziel ist das einhändige Reiten auf blanker Kandare nur mit feinsten, so gut wie unsichtbaren Zügel-, Schenkel- und Gewichtshilfen des Reiters. Beim Barockreiten reitet man grundsätzlich die gleichen Lektionen wie in der klassischen Dressur-Reiterei, also Seitengänge, Piaffe und Passage. Während ein klassisch ausgebildetes Dressur-Pferd immer eine bestimmte Kombination von Lektionen beherrschen muss, können beim Barockreiten auch nur einzelne Teilbereiche vertieft werden. Grundsätzlich liegt beim Barockreiten auch weniger Fokus auf Wettbewerb und Leistungsdruck, weshalb Pferde meist erst mit 5-6 Jahren ihre Ausbildung in der barocken Reitweise beginnen. Einen hohen Stellenwert hat hingegen die Ausbildung an der Hand, also die Bodenarbeit mit dem Pferd.

Welche Rassen sind Barockpferde?

Als Barockpferde werden Pferderassen bezeichnet, die auf die Reit- und Kriegspferde der Renaissance und des Barock zurückgehen. Typische Merkmale sind ein kräftiger Körperbau, eine aufgerichtete Haltung, ein ausdrucksstarker Hals und eine natürliche Eignung für die Versammlung. Zu den bekanntesten Barockpferderassen zählen: 

  • Andalusier (Pura Raza Española) 
  • Lusitano 
  • Lipizzaner 
  • Friese 
  • Kladruber 
  • einige Typen des Knabstruppers. 

Was ist ein Barockzaum?

Ein Barockzaum ist eine klassische Zaumzeug-Variante, die ihren Ursprung in der barocken Reitkunst hat und heutzutage besonders häufig bei iberischen Pferderassen wie Andalusiern oder Lusitanos verwendet wird. Typisch sind ein breiter Stirnriemen, ein oft geschwungenes Genickstück sowie dekorative Elemente aus Leder oder Metall. Der Barockzaum wird sowohl in der akademischen Reitkunst als auch im täglichen Training eingesetzt. Durch seine stilvolle Gestaltung passt er ideal zu traditionellen Barocksätteln. Der Barockzaum zeichnet sich durch diese Eigenschaften aus: 

  • auffällige Schnallen im barocken Stil 
  • oft prunkvolle Verzierungen auf Zaumzeug und Zügel 
  • detailreiche Ausarbeitung 

Barocke Reitausrüstung von SIGNUM

 
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Was unterscheidet Barockzaum und Ritterzaum?

Ein Ritterzaum hat seine Wurzeln im Mittelalter, also in der Zeit von 500 bis 1500. Der Barockzaum ist von einer späteren Zeit inspiriert, nämlich der Barock-Epoche zwischen ca. 1600 und 1750. Das Barock-Zeitalter ist für Prunk, Pracht und üppige Verzierungen bekannt. Das Mittelalter hingegen war einfacher, schlichter und praktisch orientiert, was sich auch am zeitgenössischen Zaumzeug gezeigt hat. Während der Ritterzaum vor allem an mittelalterliche Reiterausrüstung angelehnt ist und häufig für historische Darstellungen oder Events genutzt wird, stammt der Barockzaum aus der klassischen europäischen Reitkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Barockzäume sind in der Regel stärker auf die Anforderungen der heutigen Dressur und akademischen Reitweise ausgelegt, während Ritterzäume häufig durch eine besonders historische Optik und aufwendige Verzierungen überzeugen. Beide Zaumarten ähneln sich in der Ästhetik, sprechen jedoch unterschiedliche Reitstile und Einsatzbereiche an. 

Mehr zum Ritterzaum

Was ist ein Barocksattel?

Ein Barocksattel ist ein speziell für die barocke Reitkunst entwickelter Sattel, dessen Form auf historischen Vorbildern basiert. Typisch sind eine tiefe Sitzfläche, große Pauschen sowie ein hoher Vorder- und Hinterzwiesel, die dem Reiter einen sicheren und ausbalancierten Sitz ermöglichen. Moderne Barocksättel verbinden historische Optik mit zeitgemäßer Passform und werden häufig im Barockreiten, bei historischen Reitvorführungen und in der klassischen Dressur eingesetzt. 

OMEGA Mercedes

Der OMEGA Mercedes ist ein moderner Barocksattel mit einem besonders weichen und bequemen Sitzgefühl. Sein elegantes, extravagantes Erscheinungsbild mit dem sichelförmigen und mit Ziernähten dekorierten Sattelblatt macht den OMEGA Mercedes Sattel zu einem echten Blickfang. Seine überlaufende Komfortpausche ersetzt die klassische Galerie eines Barocksattels zugunsten des reiterlichen Komforts und seiner Sicherheit. 

Portugiesischer Sattel

Der Portugiesische Arbeitssattel – auch Portuguesa genannt – hat sich seit der Renaissance kaum verändert. Dieser Sattel zeichnet sich durch die vordere und hintere Galerie aus, die den Reiter einrahmt, ihm einen besonders sicheren Sitz gibt und den ein oder anderen "Hüpfer" bequem aussitzen lässt. Das Sattelblatt ist eckig und mit edlen Mustern doubliert – ein wahrer Blickfang und etwas ganz besonderes unter den Sätteln.  

Vaquero-Sattel

Der Vaquero-Sattel hat ebenfalls eine vordere und hintere Galerie, ist jedoch kein Barocksattel – er stammt von den Vaqueroreitern aus Spanien. Der moderne OMEGA Vaquerosattel zeichnet sich durch sein traditionell-iberisches Erscheinungsbild, das bequeme Sitzgefühl in Kombination mit unserem modernen Sattelkonzept (individueller Sattelbaum, verstellbares Kopfeisen und Rippengogeneisen und veränderbare Formkissen) aus.

Gibt es Turniere im Barockreiten? 

Ja, im Barockreiten gibt es Wettbewerbe und Turniere, auch wenn sie sich deutlich von klassischen Dressurturnieren unterscheiden. Bei Barockreitveranstaltungen präsentieren Reiter historische Reitweisen, Lektionen der Hohen Schule, Handarbeit oder Langzügelarbeit in historischen Kostümen. Solche Veranstaltungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei Reitern und Zuschauern, die sich für historische Reitkunst interessieren. 


Der Ritterzaum & sein historischer Hintergrund