Welche Basics braucht ein Working Equitation Reiter?
Bevor ein Reiter sich mit den Besonderheiten der Working Equitation auseinander setzt, sollte er auf jeden Fall sattelfest sein und eine Grundausbildung erfolgreich durchlaufen haben. Die Grundausbildung unterscheidet sich nicht von der in anderen Reitsportdisziplinen und hat folgende Ziele:
- die Basis der Worker-Ausbildung ist ein geschmeidiger, ausbalancierter Sitz
- Kommunikationsmittel Nummer eins ist bei den Working Equitation Reitern die Gewichtshilfe, ergänzt durch die Schenkelhilfe
- in der Working Equitation ist eine ruhige und feine Zügelführung wichtig, in höheren Klassen erfolgt diese einhändig
Braucht ein Working Equitation Reiter weitere Fähigkeiten?
Ja, abseits der Grundausbildung sollte ein Working Equitation Reiter einige Spezialgebiete beherrschen, dazu gehören:
- Einhändiges Reiten (in der Masterclass)
- Umgang mit der Garrocha
- Zielen / Ringstechen
- Rinderarbeit
Die genannten Fähigkeiten werden nachfolgend ausführlicher beschrieben.
1. Einhändiges Reiten
Die Masterclass (Klasse WE-S) wird in der Working Equitation einhändig geritten. Auf dem Turnier ist vorgeschrieben, die Zügel in der linken Hand zu führen. Die rechte Hand ist bei den Workern die Arbeitshand, mit der die Aufgaben im Trail gelöst werden und die Garrocha bei der Rinderarbeit getragen wird. Voraussetzung für das einhändige Reiten ist selbstverständlich eine sehr gute Grundausbildung des Pferdes sowie eine feine Hilfengebung des Reiters. Der Reiter muss ausbalanciert sitzen und elastisch in der Bewegung des Pferdes mitschwingen.

2. Umgang mit der Garrocha
Das Reiten mit der Garrocha ist eine der Besonderheiten in der Working Equitation. Zum Einstieg kann ein besonders kurzes und leichtes Garrocha-Modell verwendet werden. So kann man die verschiedenen Arten, die Garrocha mit sich mitzuführen, trainieren:
- in der Hand getragen
- unter den Arm geklemmt
- auf die Schulter gelegt
Zu den klassischen Aufgaben beim Reiten mit der Garrocha gehört das Kreisen um die Garrocha. Hierbei wird die Spitze des Langstabs im Boden zentriert und eine Volte drum herum angelegt. Später dann kommt die Garrocha als verlängerter Arm des Workers in der Rinderarbeit zum Einsatz.

3. Zielen / Ring stechen
Beim Ringstechen wird ein kleiner Ring mit der Garrocha aufgespießt. Dafür gibt es ein entsprechendes Gerüst, von dem der Ring hinunter hängt, oder eine Stier-Attrappe. Die Garrocha wird zunächst aus einer Tonne aufgenommen und dann mittig durch den Ring gestoßen, um diesen aus seiner Halterung zu befreien.

4. Rinderarbeit
Die tagtägliche Arbeit der Vaqueros, Gardien oder Butteri besteht zum großen Teil aus der Rinderarbeit. Sie folgen den Herden, treiben diese von Weide zu Weide oder bringen sie zurück zur Ranch. Auf Wettkämpfen wird nur das Separieren abgefragt: dabei wird ein zugelostes Rind von einem Reiter aus der Herde getrennt und in einen Corral getrieben. Voraussetzung für die Arbeit mit den Rindern ist der sogenannte Rinderschein. Diese „Lizenz“ erwirbt man im Rahmen eines Lehrgangs, bei der ein Reiter die Bedürfnisse und das Verhalten der Rinder in seinen Grundzügen kennenlernt und zudem in den speziellen reiterlichen Voraussetzungen für die Rinderarbeit geschult wird.

Wichtiger Hinweis
Informieren Sie sich vor der Teilnahme an einem Working Equitation Turnier unbedingt über die gültigen Regelungen im aktuellen Regelwerk des WED. Das Regelwerk ist das Fundament der Working Equitation und wird regelmäßig ergänzt, korrigiert und angepasst. Verbindlich gültig ist ausschließlich die aktuelle PDF-Version des Reglements auf der Seite des WED.