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Das Working Equitation Pferd

Typische Pferderassen eignen sich besonders gut für die Anforderungen der Working Equitation


Welche Pferde eignen sich für Working Equitation?

Die Working Equitation ist offen für unterschiedliche Pferderassen. Der WED begrüßt die Rassevielfalt der Working Equitation Pferde ausdrücklich – man kann also mit Warmblütern, etwas leichteren Kaltblütern, Ponies, Vollblütern oder Westernpferden an der Working Equitation teilnehmen. Natürlich gibt es Rassen, die sich aufgrund ihres Körperbaus und ihres Temperaments besonders gut für Working Equitation eignen. Dazu zählen besonders die Pferde, die in südeuropäischen Ländern über Jahrhunderte für die Arbeitsreiterei gezüchtet wurden. Einige dieser Rassen stellen wir nachfolgend in einem Kurzportrait vor.



Camarguepferde: Die robusten Schimmel aus Frankreich

  • Statur: muskulös, etwas gedrungen, handliches Format, kurzer & kräftiger Hals, schwerer Kopf mit breiter Stirn, große Augen und kleine Ohren
  • Widerristhöhe: 1,35 m bis zu 1,55 m
  • Eigenschaften: robust, trittsicher, tragstark
  • Besonderheit: im Erwachsenenalter nur als Schimmel

Obwohl sie auch heute noch halbwild in der Sumpflandschaft Südfrankreichs lebend, werden Camarguepferde bei entsprechender Ausbildung meist schnell zum verlässlichen Partner für die Working Equitation. Sie besitzen wie viele andere zur Working Equitation genutzte Pferderassen einen "Cow Sense", durch den sie sich hervorragend für die Arbeit mit Rindern eignen. Ausgebildet werden nur die männliche Tiere, die Stuten dienten rein der Zucht. Anders als alle anderen Pferderasse können Camarguepferde unter Wasser grasen. Dazu verschließen sie ihre Nüstern so, dass kein Wasser in die Atemwege gelangt, während sie Schilftriebe unter der Wasseroberfläche knabbern. 

Mangalargas Marchadores:  Die ausdrucksstarken Brasilianer

  • Statur: klein und kompakt
  • Widerristhöhe: 1,40 m bis 1,57 m
  • Eigenschaften: menschenbezogen, charakterfest, nervenstark, treu und genügsam
  • Besonderheit: verfügt über die "Marcha", eine weitere Gangart

Die aus dem Süden Minas Gerais stammenden Reit- und Arbeitspferde sind mit rund 400.000 eingetragenen Pferde zahlenmäßig die drittgrößte Pferderasse der Welt! Außer Schritt und Galopp verfügen die Mangalargas Marchadores über eine weitere Gangart: die Marcha – diesem verdankt die Rasse auch ihren Namen. Bei dieser Gangart befinden sich immer zwei oder drei Beine am Boden. Durch das Fehlen der Schwebephase kann der Reiter besonders ruhig und nahezu erschütterungsfrei sitzen. Neben seiner besonderen Gangart ist es das sonnige Gemüt, mit dem der Mangalarga Marchador punktet.

Was sind iberische Pferde?

Iberische Pferde haben ihre Wurzeln auf der iberischen Halbinsel. Sie sind keine eigene Rasse, sondern einen Rassetyp von sehr ähnlichen Pferden gleichen Ursprungs. Zu den bekannten Rassevertretern dieses Zusammenschlusses von hauptsächlich spanisch und portugiesisch stämmigen Pferden gehören:

  • Andalusier
  • Kartäuser
  • Pura Raza Espanola (PRE)
  • Lusitanos


Lusitanos: Die feurigen Portugiesen 

  • Statur: mittelgroß, kompakt, muskulös, konkav geformter Kopf mit großen Augen aber kleinen Ohren, kurzer und kräftiger Hals
  • Widerristhöhe: 1,55 m bis 1,65 m
  • Eigenschaften: nervenstark, cool, intelligent und mutig
  • Besonderheit: Barockpferd mit hoher Knieaktion

Die aus Portugal stammenden Lusitanos gelten als älteste Pferderasse Europas. Sie sind farbvielfältig, da Schimmel und Braune jedoch besonders häufig vorkommen, sind Rappen, Palominos und Falben sehr begehrt. Lusitanos werden anders als die spanischen Pferde weiterhin auf ihre Funktionalität im berittenen Stierkampf selektiert. Lusitanos sind nicht nur für den Stierkampf prädestiniert, sondern auch für die Working Equitation, insbesondere natürlich die Rinderarbeit.

PRE / Andalusier: Die stolzen Spanier

  • Statur: kompakt, schlanker und muskulöser Körperbau, eleganter Kopf, üppige Mähne, leicht gebogener Hals
  • Widerristhöhe: 1,50 - 1,65 m
  • Eigenschaften: folgsam, treu und äußerst intelligent
  • Besonderheit: Wendigkeit, Eleganz und Sprintstärke

PRE ist die Abkürzung für "Pura Raza Española" und bezeichnet Pferde mit nachweislicher Abstammung aus Spanien. Spanische Pferde ohne Papiere zum Nachweis der Abstammung werden den Andalusiern zugeordnet. Beliebt sind die edlen und eleganten Pferde besonders wegen ihres freundlichen und sensiblen Wesens. Durch ihre kompakte Statur und ihr intelligentes Wesen eignen sie sich hervorragend für die Working Equitation.

Was sind Barockpferde?

Barockpferde sind keine eigene Pferderasse, sondern ein Sammelbegriff verschiedener Pferderassen, die in der barocken Reiterei beliebt sind. Dazu gehören unter anderem diese Pferderassen:

  • Andalusier
  • Lippizaner
  • Lusitanos
  • Friesen

Diese Pferderassen zeichnen sich durch ihre leicht quadratische Körperform, eine relativ geringe Widerristhöhe (selten höher als 1,60 m) einen kräftigen Hals und häufig eine leicht ramsige Kopflinie aus. Den mit kräftiger Hinterhand ausgestatteten Barockpferden ist die hohe Versammlungsbereitschaft quasi in die Wiege gelegt und genau dieses Talent für die Versammlung macht sie auch für die Working Equitation sehr interessant.                             


Murgesen: Die kräftigen Rappen aus Italien

  • Statur: muskulöser und kräftiger Körperbau mit geradem Rücken, großer und ramsnasig geformter Kopf
  • Widerristhöhe: 1,50 m bis 1,68 m
  • Eigenschaften: cool, motiviert, menschenbezogen und treu
  • Besonderheit: Rappen mit besonderer Nervenstärke und Trittsicherheit

Benannt sind die Murgesen, die auch als „schwarzes Gold Apuliens“ gelten, nach der sogenannten Murge, einem felsigen Hochplateau inmitten von Apulien. Anfang des vorigen Jahrhunderts fast ausgestorben, erfreut sich der Murgese inzwischen wieder großer Beliebtheit. Erwünscht ist die Rappfärbung und zwar ohne Abzeichen, zulässig sind allerdings auch graue Murgesen mit schwarzen Beinen, schwarzem Behang und einem schwarzen Kopf. Mit insgesamt nur fünf Prozent haben diese Rassevertreter allerdings nur einen kleinen Anteil an der Gesamtpopulation. Für die Working Equitation kommt den Murgesen besonders ihre Coolness sehr zugute – ebenso wie ihre berühmte Trittsicherheit sowie die Versammlungsfähigkeit. 

Quarter Horses: Die wendigen Amerikaner

  • Statur: kräftig, kompakt, muskulös
  • Widerristhöhe: 1,45 - 1,60 m
  • Eigenschaften: ruhiges Gemüt, mutig, fleißig, flink
  • Besonderheit: besondere Schnelligkeit über kurze Strecken

Mit über fünf Millionen registrierten Pferden ist das Quarter Horse die zahlenmäßig größte Pferderasse der Welt. Ihr Name leitet sich von einem Kurzstreckenrennen über etwa 400 Meter ab, dem „A quarter mile race“. Hierfür wurden sie Ende des 18. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA gezielt gezüchtet. Darüber hinaus zeichnen sich Quarter Horses durch den "Cow Sense" aus. Ihr instinktives Gespür für das Verhalten der Rinder machte das Quarter Horse zum unverzichtbaren Partner für die Cowboys und daher auch zu einem idealen Working Equitation Pferd.


Produktion der PADDLE® & Reitpads
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