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Schweißbild interpretieren

Das Schweißbild lässt Rückschlüsse auf die Passform des Sattels bzw. PADDLE® zu


Was ist ein Schweißbild?

Das Schweißbild beschreibt den geschwitzten Bereich auf dem Pferderücken, der während des Reitens im Bereich der Sattellage auf dem Fell des Pferdes entsteht. Während des Reitens ist das Schweißbild nicht sichtbar, es zeigt sich erst nach dem Absatteln. Das Schweißbild lässt Rückschlüsse über die Lage und den Sitz des Sattels zu und kann daher ergänzend zu einer Passformkontrolle des Sattels am Pferd in die Beurteilung der Sattelpassform miteinbezogen werden. 

Hinweis: Schweißbildung kann bei Pferden sehr unterschiedlich sein. Einige Pferde schwitzen schneller als andere. Schweißbildung kann auch ein Zeichen von zu großer Anstrengung oder Stress beim Pferd sein und ist nicht nur für die Passform des Sattels ein wichtiges Zeichen. Schweißbildung sollte auch in die Beurteilung des mentalen und physiologischen Zustands des Pferdes einfließen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns jedoch nur auf das Schweißbild, welches sich unter dem Sattel auf dem Pferderücken abzeichnet.

Was sagt ein Schweißbild aus?

Über das Schweißbild eines Pferdes können Rückschlüsse auf die Passform des Sattels gezogen werden. Im Schweißbild sind oft unterschiedlich stark verschwitzte Stellen zu erkennen:

  1. Viel Schweiß: Wo viel Reibung bzw. Bewegung ist, entsteht häufig schneller Schweiß oder sogar leicht schäumende Stellen. Das kann z.B. unter der Schulter oder auch im hinteren Bereich über dem Rippenbogen der Fall sein.
  2. Trockene Stellen: An Bereichen mit weniger Bewegung zwischen Sattel und Pferderücken liegt der Sattel in der Regel sehr konstant auf dem Pferderücken. Diese Bereiche sind häufig trocken. z.B. direkt unter den Ansatzpunkten der Gurtstrupfen.

Hinweis: Trockene Stellen sind ein Zeichen für konstanten Druck und wenig Bewegung des Sattels in dieser Partie. Trockene Stellen sind nicht immer auch ein Zeichen für zu hohen Druck – das kann allein aufgrund des Schweißbildes nicht abgelesen werden und benötigt eine Passformkontrolle des Sattels am Pferd.

Grundsätzlich wird durch die Gurtstrippen und die Steigbügelaufhängung im vorderen Bereich eines Sattels bzw. PADDLE® mehr Druck ausgeübt als im hinteren Bereich. Der hintere Bereich bewegt sich dynamischer und hat weniger konstanten Druck, welcher sich auch auf eine größere Fläche verteilt. Wie sich diese Effekte auf das Schweißbild auswirken, erläutern wir in den nächsten Abschnitten.

Wie interpretiert man das Schweißbild?

Bei der Beurteilung des Schweißbildes sollte man folgende Bereiche prüfen:

1. Bereich vor der Sattelauflagefläche

Im Schulterbereich vor der Sattelauflagefläche kommt es aufgrund intensiver Schulterbewegung in Kombination mit der Wärme unter der Schabracke oft zu deutlicher Schweißbildung.

2. Vorderer Bereich der Sattelauflagefläche

Eher trockene Bereiche in der vorderen Hälfte der Sattelauflagefläche enden häufig auf Höhe der hinteren Gurtstrippe, da der Sattel durch die Strippen im vorderen Bereich konstanter an das Pferd herangezogen wird und der Druck dadurch höher ist als im hinteren Bereich. Häufig sehen diese trockenen Stellen oval oder fast dreieckig aus und entstehen in den meisten Fällen genau zwischen vorderer Gurtstrupfe und hinterer Gurtstrupfe – in diesem Bereich befindet sich zumeist auch die Aufhängung der Steigbügelriemen.

3. Hinterer Bereich der Sattelauflagefläche

Hinter der hinteren Grustrupfe haben die Sattelkissen auf dem Pferderücken meist sehr viel mehr Bewegung als im vorderen Bereich. Ziel eines gut angepassten Sattels ist die gleichmäßige und konstante Druckverteilung. Ein konstanter Druck ist also per se nichts schlechtes und muss nicht direkt auf Druckspitzen hindeueten. Von Druckspitzen sprechen wir bei punktuell oder dauerhaft höherem Druck in einzelnen Bereichen (zumeist Randbereichen) des Sattels. Wenn z.B. ein Sattel hohl liegt, dann liegt er punktuell vorne und hinten zu stark auf, weil die Mittelpartie des Sattels nicht zur Druckverteilung beiträgt. Diese Stellen könnte man in einem Schweißbild an entsprechend punktuell trockenen Bereichen erkennen.

Hinweis: Schweißbild gibt immer nur einen ersten Hinweis und ersetzt nie eine sorgsame Passformkontrolle.

Wie sieht ein gutes Schweißbild aus?

Es ist ein Irrglaube, dass ein gutes Schweißbild keine trockenen Bereiche aufweisen darf  – das stimmt so nicht. Da sich im vorderen Bereich die Steigbügelaufhängung und die Gurtstrippen befinden, liegt der Sattel in diesem Bereich kontanter und mit weniger Bewegung auf, was in der Folge häufiger zu trockenen Bereichen führt. Im hinteren Bereich variiert der Druck z.B. durch das Einsitzen und Aufstehen des Reiters beim Leichttraben und die Sattelkissen haben im hinteren Bereich des Pferderückens typischerweise mehr Bewegung  – der schwingende Pferderücken und die Bewegung der Hinterbeine wirken sich hier stärker aus.

In der Regel ist daher im Schweißbild im vorderen Bereich ein größerer relativ trockener Bereich (blau markiert) und hinten ein größerer verschwitzter Bereich (orange markiert) zu erkennen. 

Was bedeutet ein trockenes Schweißbild unter dem Sattel?

Ein komplett gleichmäßiges Schweißbild ist nicht automatisch negativ zu bewerten, sondern ebenfalls völlig in Ordnung. Großflächige trockene Stellen können ein Zeichen sein, dass das Pferd generell noch nicht so intensiv gearbeitet wurde und seine Schweißproduktion daher grundsätzlich noch schwach ist.  Großflächige trockene Stellen sind vor allem im Bereich der Gurtstrippen und Steigbügelaufhängung ganz normal. 

Auffällig hingegen wäre ein großflächig verschwitztes Schweißbild mit punktuellen, etwa 2€-Stück großen, trockenen Bereichen (siehe blaue Markierung im Bild). Das könnte auf einen punktuell zu hohen Druck an der trockenen Stelle hindeuten – muss es aber nicht zwangsläufig. Man sollte sich in diesem Fall den Sattel von einem Sattelexperten in Bewegung anschauen und auf dem Pferd begutachten lassen. ​

Fazit zum Schweißbild

Das Schweißbild kann ein Indikator sein, wie gut die Passform des Sattels bzw. PADDLE® zum Pferderücken passt. Es gibt allerdings nicht das eine, perfekte Schweißbild. Je nach Pferdetyp und Reitintensität kann das Schweißbild variieren. Wer sich unsicher ist, ob der Sattel optimal auf das Pferd passt, sollte einen Sattelexperten dazu befragen. 

Mehr über das PADDLE® erfahren

Was ist ein PADDLE®?

Das SIGNUM PADDLE® ist ein innovatives und flexibles Hybrid-Konzept, das die Vorteile von Reitpad und Sattel vereint. 

Es ist eine Mischung aus einem Reitpad und einem Sattel und bietet dadurch ein nahes Sitzgefühl, leichte Anpassbarkeit an den Pferdrücken und hohen Komfort beim Reiten. 

Kann das PADDLE® einen Sattel ersetzen?

Man könnte ein Reitpad mit Flip Flops vergleichen, das PADDLE® mit Sneakern und einen Sattel mit Wander- oder Balettschuhen. Es kommt also ganz auf den Einsatzzweck an, ob ein Reitpad, PADDLE® oder Sattel verwendet werden sollte.

Ist das PADDLE® an spezielle Rückenformen anpassbar?

Es gibt verschiedene Anpassungsmöglichkeiten mit dem PADDLE®: Kammerweite einstellen, Klettkissenfüllung und -Positionierung sowie individuell polsterbare Schabracken. Gerne berät ein SIGNUM Mitarbeiter auch vor Ort zum jeweiligen Pferd.

PADDLE® Erfahrung - Sarah Endrich
Pferdetrainerin