Was ist Working Equitation?
Working Equitation ist eine noch recht junge Turniersportdisziplin, welche an den vielen Aufgaben der Pferde in der Landwirtschaft angelehnt ist. Sie fasst sämtliche traditionellen südeuropäischen Arbeitsreitweisen zusammen, aus denen auch vor langer Zeit das Westernreiten entstanden ist. Diese Arbeitsreitweisen sind teilweise in Vergessenheit geraten, bis sich ein kleiner Kreis ihrer angenommen und sie zu einer Wettkampfdisziplin gefördert hat. Unterteilt ist die Working Equitation in diese vier Disziplinen: Dressur, Stiltrail, Speedtrail und Rinderarbeit.
Disziplinen der Working Equitation
Welche Hindernisse gibt es im Working Equitation Trail?
Bei der täglichen Arbeit mit den Pferden im Feld musste man oft durch unwegsames Gelände, über Brücken oder durch Bäche reiten. Auch das Öffnen und Schließen eines Weidetores muss der Reiter geschickt lösen, ohne dass ihm ein Rind dabei entwischt. In den meisten Trailparcours finden sich diese charakteristische Hindernisse:
Brücke
Überqueren einer Brücke
Slalom
Einfacher Slalom & Parallelslalom
Tonnen
2er Tonnen sowie 3er Tonnen
Tor
Öffnen & Schließen eines Weidetores
Krug
Krug auf einem Tisch anheben
Pferch
Durchreiten eines engen Pferchs
Sprung
Kleiner Sprung z.B. über Strohballen
Glockengasse
Läuten der Glocke am Ende einer Gasse
Ring stechen (Stier)
Ring mit Garrocha vom Stier stechen
Rückwärtsslalom
Rückwärtsrichten auf gebogener Linie
Traversstange
Seitwärts über eine Stange reiten
Wassergraben
Bach oder Wassergraben durchqueren
Die kostenlose Lehrreihe "Faszination Working Equitation"
Wir möchten unser Wissen und die langjährige Erfahrung in der Working Equitation an alle Interessierte weitergeben. Das Trail ABC gibt Ihnen einen Überblick über die Vielfalt der Working Equitation Trailhindernisse. Was sind die Anforderungen an Pferd und Reiter? Wie wird das Hindernis bewältig? Erste Eindrücke und Anregungen für einen gelunenen Einstieg zeigen wir hier.
Working Equitation Trail Hindernisse in Theorie & Praxis
SIGNUM und D&S EQUIWELT haben für Sie eine kostenfreie Videoreihe zum Thema Working Equitation erstellt. In verschiedenen Videos werden die einzelnen Trail-Hindernisse in Theorie und Praxis gezeigt:
- Gernot Weber (international erfolgreicher Working Equitation Reiter & Sportwart des WED e.V) erklärt zu jedem Hindernis in einem ersten Video in der Theorie, was die Anforderungen sind und wie Pferd und Reiter diese bewältigen können.
- In einem zweiten Video zeigt er mit den Reiterinnen Jenny Felscher von blindly follow horses und Anja Mertens mit Con Solido, wie man mit dem eigenen Pferd das gezeigte Hindernis bewältigen kann.
Die einzelnen Hindernisse werden auch nachfolgend in Kürze beschrieben. Ausführliche Informationen sind auf der jeweilige Detail-Seite zu finden.

Die typischen Hindernisse im Working Equitation Trail
Working Equitation Trail Hindernis Brücke
Angelehnt an die Anforderungen der echten Rinderhirten in der Arbeitsreitweise gehört das Überqueren einer Brücke zu einer wichtigen Aufgabe im Gelände, welche Pferd und Reiter ruhig und gelassen meistern sollten. Das Pferd-Reiter-Paar beweist damit seine Partnerschaft, seinen Mut und seine Gelassenheit.
Working Equitation Trail Hindernis Slalom
Den Slalom gibt es in zwei Formen und dieser stellt damit gleich zwei verschiedene Trailhindernisse dar, die vom Pferd Biegung, Flexibilität und Wendigkeit zugleich fordern: den einfachen Slalom, bei dem der Slalom auf gerader Linie aufgestellt ist und den Parallelslalom, bei dem der Reiter zwei Slalomreihen bogenförmig umreitet.
Working Equitation Trail Hindernis Tonnen
Aus den Tonnen lassen sich verschiedene Working Equitation Trailhindernisse aufbauen: Die 2er Tonnen vorwärts- sowie rückwärts geritten sowie die 3er Tonnen. Sie sind ebenso Teil der Aufgabe Garrocha aufnehmen und abstellen.
Working Equitation Trail Hindernis Tor
In der südeuropäischen Arbeitsreitweise gehört das Öffnen und Schließen eines Weidetores zu den täglichen Anforderungen an einen berittenen Rinderhirten und sein Pferd. Es gilt das Tor dabei auf eine Art und Weise zu öffnen und zu schließen, die verhindert, dass ein Rind oder gar die ganze Herde dabei durch das Tor entwischen kann.
Working Equitation Trail Hindernis Krug
PROST! Der Krug ist nicht – wie auf den ersten Blick vermutet werden könnte – ein Hindernis, welches zur Erfrischung des Reiters auf seinem langen Ritt durch den Trailparcours dient.
Working Equitation Trail Hindernis Pferch
Der Pferch ist ein weiteres Trailhindernis mit direktem Bezug zur Arbeit der Rinderhirten in den südeuropäischen Arbeitsreitweise. Im Mittelpunkt des Pferchs werden oft optisch auffällige Attrappen von Tieren platziert, die der Reiter mit seinem Pferd im Pferch umrunden muss. Dieses wilde Innenleben fordert den Mut und die Gelassenheit des Pferdes.
Working Equitation Trail Hindernis Sprung
Der Rinderhirte bei der Arbeit im Gelände und dem offenen Feld sollte jederzeit mit einem kleinen Sprung z.B. über einen kleinen Graben oder einen im Weg liegenden Baumstamm rechnen und diesen souverän meistern können.
Working Equitation Trail Hindernis Glockengasse
Die Glockengasse ist ein Trailhindernis, welches vom Pferd-Reiter-Paar Präzision, Wendigkeit und gleichzeitig ein hohes Maß an Ruhe und Kontrolle über jeden einzelnen Schritt erfordert.
Working Equitation Trail Hindernis Ring stechen (Stier)
Der Stier verkörpert wie kein anderes Hindernis die Ursprünge der Working Equitation. Das Trailhindernis Ringstechen am Stier besteht aus verschiedenen Teilhindernissen: Im ersten Teil nimmt der Reiter im Vorbeireiten eine Garrocha aus einer Tonne auf, mit dieser reitet er auf den Stier zu und versucht den Ring mit der Spitze der Garrocha aufzunehmen und diese danach wieder vom Pferd aus mit dem Ring in einer Tonne abzustellen.
Working Equitation Trail Hindernis Rückwärtsslalom
Der Rückwärtsslalom ist ein Hindernis, welches Konzentration und Geschick von Pferd und Reiter fordert. Auch hier wird wieder deutlich, dass das Rückwärtsrichten auch auf gebogenen Linien zu den täglichen Anforderungen eines Working Equitaiton Pferdes gehört und fast so normal ist wie das vorwärts Reiten.
Working Equitation Trail Hindernis Traversstange
Das Trailhindernis “Seitwärts über eine Stange” prüft eine weitere elementare Bewegungsrichtung in der Arbeitsreitweise - das Seitwärts. Der Rinderhirte braucht einen willigen und gut gymnastizierten Partner, der sich im Feld bei der Arbeit an den Rindern in alle Richtungen gleichermaßen flexibel bewegen kann.
Working Equitation Trail Hindernis Wassergraben
Einem Rinderhirten können im freien Feld natürlich noch weitere Unwegsamkeiten begegnen, die er mit seinem Pferd passieren muss. Dazu könnten unterschiedliche Untergründe, schwieriges Gelände oder auch ein Bach oder Wassergraben gehören.
Wichtiger Hinweis
Informieren Sie sich vor der Teilnahme an einem Working Equitation Turnier unbedingt über die gültigen Regelungen im aktuellen Regelwerk des WED. Das Regelwerk ist das Fundament der Working Equitation und wird regelmäßig ergänzt, korrigiert und angepasst. Verbindlich gültig ist ausschließlich die aktuelle PDF-Version des Reglements auf der Seite des WED.
Woher kommt die Working Equitation?
Was in den südeuropäischen Ländern als „Equitacao de Trabalho“, „Doma de Trabajo“ und „Monta da Lavoro“ bekannt ist, gewinnt in Deutschland immer mehr Fans. Unter dem bis dorthin eher in Großbritannien verwendeten Namen „Working Equitation“ ist diese junge Reitsportdisziplin inzwischen in aller Munde. Immer mehr Reiter sind fasziniert von dieser vielsietigen Disziplin.

Wo erhält man Trailhindernisse?
Mit dem richtigen Zubehör lassen sich vielfältige Parcours und Trails aufbauen, die Pferd und Reiter gleichermaßen fördern — sowohl körperlich als auch mental. Die Trailhindernisse eignen sich sowohl für das Training auf einem Reitplatz als auch im Gelände. In Zusammenarbeit mit D&S EQUIWELT bietet SIGNUM eine Auswahl an Trailhindernissen an.

Welche Ausrüstung braucht das Pferd für die Working Equitation?
Für die Working Equitation sollte das Pferd folgende Reitausrüstung bekommen:
Sattel
Ein zu Pferd und Reiter passender Working Equitation Sattel mit gutem Sitz auch in dynamischen Manövern, Stops oder engen Wendungen.
Worker-PADDLE®
Das Worker-PADDLE® ist ideal für alle, die funktionalen Reitkomfort mit maximaler Anpassbarkeit verbinden möchten. Zum Worker-PADDLE®
Zaumzeug
Ein gut sitzendes Zaumzeug und ggf. Vorderzeug, welches jedoch nicht verrutschen oder die Bewegung des Pferdes einschränken darf.
Beinschutz
Gamaschen und Hufglocken zum Schutz der Pferdebeine vor Schlägen, Tritten oder Stößen an den Trail-Hindernissen.