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Was zeichnet ein gutes Working Equitation Pferd aus?

Diese Eigenschaften & Fähigkeiten sind in der Working Equitation besonders wichtig.


Welche Eigenschaften zeichnen ein gutes Working Equitation Pferd aus?

Ein Working Equitation Pferd sollte solide ausgebildet sein, eine gute Balance entwickelt haben und leicht sowie gehorsam auf die Hilfengebung des Reiters reagieren. Eine fundierte Grundausbildung vom Boden aus bildet die Basis. Auf diese Eigenschaften und Fähigkeiten kommt es bei einem Working Equitation Pferd besonders an:

  1. Vielseitigkeit
  2. Mut und Gelassenheit
  3. Schwung und Losgelassenheit
  4. Geeignete Gänge
  5. Sicheres Halten
  6. Solide Seitwärtsgänge
  7. Sichere Richtungswechsel
  8. Springvermögen

 Die einzelnen Eigenschaften und Fähigkeiten werden achfolgend genauer beschrieben.


1. Vielseitigkeit

Working Equitation Pferde werden so umfangreich und vielseitig ausgebildet, dass man alle vier Teildisziplinen mit demselben Pferd absolvieren kann. Ihre Inhalte bilden eine Linie, die von der Dressur als Basis hin zum Arbeitsalltag als Worker mit der Herde als eigentliches Ziel der Working Equitation führt:

  1. Dressur: Hier lernt das Pferd die Reiterhilfen zu verstehen und prompt und gehorsam auf diese zu reagieren.
  2. Stil-Trail: Im Stil-Trail werden Aufgabenstellungen simuliert und abgefragt, denen sich Viehhirten regelmäßig stellen müssen.
  3. Speed-Trail: Hier kommt es darauf an, die Trail-Elemente in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren.
  4. Rinderarbeit: Dann geht es zum eigentlichen Kern der Working Equitation – der Rinderarbeit.

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2. Mut & Gelassenheit

Mutig, gelassen und durchsetzungsstark sollte das Working Equitation Pferd seinen Aufgaben unter dem Sattel nachgehen. Der Weg dahin beginnt am Boden mit Übungen aus dem Gelassenheitstraining. Diese Übungen dienen generell dazu, das Pferd an Alltagssituationen zu gewöhnen und bieten auch Hirtenpferden eine solide Basis für alle weiteren Herausforderungen. Dazu eignen sich Luftballons, Bälle, Flatterband, Planen und Regenschirme sowie Rappelsäcke und Fahnen besonders gut.

3. Schwung & Losgelassenheit

In allen drei Gangarten legt man auf die Losgelassenheit deutlich mehr Wert, als auf spektakuläre Bewegungsabläufe und Verstärkungen. Das Pferd soll locker über den Rücken schwingen, ein drastischer Schub aus der Hinterhand ist hingegen nicht erforderlich. Übergänge spielen in der Working Equitation eine große Rolle. Je weiter fortgeschritten das Pferd in seiner Ausbildung ist, desto exakter am Punkt und desto deutlicher müssen sie geritten werden.


4. Geeignete Gänge

In der traditionellen Arbeitsreiterei wird meist im Schritt und Galopp geritten. Rasante Galopparbeit ist vor allem bei der Rinderarbeit elementar.

  • Schritt: Im Vergleich zur klassischen Dressur wird auf internationalem Terrain ein vergleichsweise großer Teil der Working Equitation Dressur im Schritt geritten. In Deutschland wird die Dressur so aufgeteilt, dass der Anteil der Gangarten innerhalb der Aufgabe gedrittelt wird.
  • Trab: Der Trab und insbesondere seine Verstärkungen ist bei den Workern im Hinblick auf die Schubentfaltung weniger relevant, wird aber dennoch in den Dressuraufgaben abgefragt.
  • Galopp: Viele Working Equitation Pferde haben eine zwar wenig raumgreifende, dafür schon von Natur aus eher gesetzte Galoppade, die für den Reiter sehr sitzkomfortabel ist. Im Galopp absolvieren die Worker viele der klassischen Lektionen wie Wechsel, Seitverschiebungen und Tempounterschiede.

5. Sicheres Halten

Das Halten in der Working Equitation wird genauso geschlossen verlangt, wie in der klassischen Dressur und soll ebenfalls in gleichbleibender Anlehnung gezeigt werden. Hektik ist bei dieser Lektion fehl am Platz. Bereiten Sie das Pferd mit einer Reihe von halben Paraden gut vor, so dass es sich sicher trägt und ausbalanciert ins Halten gelangt. Außerdem sorgen die halben Paraden für erhöhte Aufmerksamkeit. So gelingt das Halten am Punkt und gerät nicht zu einem schwammigen Auslaufen.

6. Solide Seitwärtsgänge

Bei ihrer Arbeit mit den Viehhirten oder auch bei manchen Aufgabestellungen des Trails müssen Pferde sicher seitwärts weichen. Deshalb gehören Seitwärtsverschiebungen und Seitengänge zu den Lektionen, die schon in den Dressuraufgaben der Working Equitation abgefragt werden. Ein wichtiger Unterschied der Seitwärtsbewegung zwischen den reinen Dressurreitern und den Workern liegt darin, dass bei der klassischen Dressur das Seitwärts immer in Vorwärtstendenz geritten wird. Bei jedwedem Beinkreuzen gilt stets, „vorwärts geht vor seitwärts“. In der Working Equitation-Dressur gibt es Lektionen wie das „Voll-Travers“, bei dem ausschließlich die seitliche Bewegung gezeigt werden muss. Die entsprechende Aufgabe im Trail ist der sogenannte Side-Pass, bei dem das Pferd über einer Stange steht und diese seitlich passieren muss.

Mehr zum Hindernis Traversstange

7. Sichere Richtungswechsel

Richtungswechsel spielen in allen Teildisziplinen der Working Equitation eine große Rolle. Neben all den bekannten Lektionen aus der klassischen Dressur, die Wechselaufgaben auf gebogener und gerader Linie abfragen, kommen in der Working Equitation Richtungswechsel auch in Form des Slaloms vor. Beim Slalomreiten sollte das Pferd deutlich gestellt und gebogen sein. Bei Takt und Tempo sollte auf ein Gleichmaß geachtet werden. Auf dem Turnier wird der Slalom nur in der Klasse E im Trab absolviert. Ab Klasse A müssen Reiter und Pferd ihre geschickte Wendigkeit im Galopp unter Beweis stellen. Galoppiert wird immer auf der Hand, die dem Bogen entspricht. Bei jedem Richtungswechsel muss folglich ein Handwechsel mittig zwischen den Stangen geritten werden.

Mehr zum Hindernis Slalom

8. Springvermögen

Auch das Überwinden von Hindernissen wird in der Working Equitation gefordert – allerdings nur in ganz kleinem Rahmen. Mehr als ein Cavaletti wird den Working Equitation Pferden auf dem Turnier meist nicht in den Weg gestellt. Um Reiter und Pferd hier eine gewisse Sicherheit zu vermitteln, bietet sich die Stangenarbeit als Basis-Training an. Wenn Bodenstangen sicher und rhythmisch überwunden werden, kann man sich an niedrige Sprünge wagen.

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