Die Dressur als Grundlage
Die Dressur ist nicht nur eine Teildisziplin der Working Equitation – sie ist die Grundlage für alle Herausforderungen, die in den weiteren Teildisziplinen auf das Pferd-Reiter Paar warten. Das mag im ersten Moment verwundern, wenn man an einen Vaquero bei der Rinderarbeit im freien Feld denkt. Doch gerade hier wäre der Reiter nichts ohne ein gut ausgebildetes, schnelles, wendiges und rittiges Pferd. Die Gymnastizierung und Grundlagen der Dressurausbildung des Pferdes bildet in der Working Equitation die Basis für alle in der Arbeitsreitweise benötigten Lektionen und Manöver.
Welche Anforderungen werden in der Dressur gestellt?
Die Anforderungen in der Dressur steigern sich langsam von der Einsteigerklasse bis hin zur Masterclass. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei der entsprechenden Leistungsklasse angepasst. So präsentiert beispielsweise ein Einsteiger sein Pferd in der zweihändigen Reitweise geritten. Die Hilfengebung und die Verbindung zum Pferd wird soweit verfeinert, dass am Ende selbst anspruchsvollste Dressurlektionen in der Masterclass in der einhändigen Reitweise nahezü mühelos gezeigt werden können.

Welche Leistungsklassen gibt es?
In der Einsteigerklasse wird eine Dressuraufgabe verlangt, die in etwa dem Niveau einer E – Dressur entspricht. Im Wesentlichen kommen die drei Grundgangarten und das Rückwärtsrichten in der Dressur vor. Die Anfängerklasse ist schon etwas anspruchsvoller. Die Dressuraufgabe entspricht etwa A – L Niveau im klassischen Bereich, mit Verzicht auf die Verstärkungen. Dazu zählen einfache Galoppwechsel, Kurzkehrt –und Vorhandwendungen, sowie das Rückwärtsrichten. Hier darf das Pferd bereits auf Kandare mit 2 Paar Zügeln vorgestellt werden.

Was sind einhändige Reitweise & Masterclass?
Von der Mittelschweren Klasse bis zur Masterclass steigen die Anforderungen weiter, bis das Pferd in der Masterclass nur noch einhändig geritten vorgestellt wird. Hier werden Dressurlektionen auf hohem Niveau gezeigt: Von Schrittpirouetten, Galopptraversalen, fliegende Galoppwechseln, Übergängen vom versammelten zum Mittelgalopp und umgekehrt bis hin zu Stopps aus dem Galopp, Rückwärtsrichten und daraus Angaloppieren und Galopppirouetten. Das Turnierreglement für die Dressuraufgaben wird stetig vom WED e.V. überarbeitet und erweitert.

Wie wird die Dressur der Working Equitation bewertet?
In der Dressur der Working Equitation präsentiert der Reiter das Können, die Rittigkeit und Gymnastizierung seines Pferdes anhand einer festgelegten Dressuraufgabe. Beurteilt wird jede einzelne Lektion einer Dressuraufgabe mit dem bekannten und international anerkannten Wertungsschlüssel zwischen 0 und 10 Punkten. Neben der Präzision der Bahnfiguren fließen die Reinheit der Gänge und die Hilfengebung des Reiters in die Bewertung ein. Die Präsentation des Pferdes in der Dressur ist explizit unter Berücksichtigung seines Typs und Vermögens, seiner Aufmerksamkeit und seines Vertrauens zum Reiter erwünscht.

Was ist bei Working Equitation Prüfungen zu beachten?
Bei Prüfungen auf internationalem Niveau wird es gern gesehen, wenn sich das Pferde-Reiter-Paar in einem stilechten Sattel und Zaum sowie der dazugehörigen Kleidung präsentiert. International sollte keine Stilrichtung gewählt werden, die einer anderen Nation zugeschrieben werden könnte.
Wichtiger Hinweis
Informieren Sie sich vor der Teilnahme an einem Working Equitation Turnier unbedingt über die gültigen Regelungen im aktuellen Regelwerk des WED. Das Regelwerk ist das Fundament der Working Equitation und wird regelmäßig ergänzt, korrigiert und angepasst. Verbindlich gültig ist ausschließlich die aktuelle PDF-Version des Reglements auf der Seite des WED.