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Mitja Hinzpeter

Populäre Reitstile & deren Besonderheiten einfach erklärt

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Was ist ein Dressursattel?

 Ein Dressursattel ist ein speziell an die Anforderungen der Reitsportdisziplin Dressur entwickelter Sattel. Der Dressursattel soll den Reiter dabei unterstützen, eine ausbalancierte Sitzposition mit aufrechter Haltung und einem langen Bein einzunehmen und dem Pferd feine Hilfen geben zu können. Der beliebte und heutzutage weit verbreitete Dressursattel besticht durch klassische Eleganz in schlichter und edler schwarzer oder dunkelbrauner Optik.

Was zeichnet einen Dressursattel aus? 

Die markanten Eigenschaften eines Dressursattels sind: 

  • ein tiefer Sitz und eine schmale Sitztaille
  • markante Pauschen 
  • ein langgezogenes, gerades Sattelblatt 
  • eher schlichte Optik 
  • meist schwarze Farbe, um dem klassischen Dressur-Look zu entsprechen 

Wie unterscheidet sich ein Dressursattel von anderen Sätteln?

Im Vergleich zu einem Springsattel oder Vielseitigkeitssattel hat der Dressursattel einen tieferen Sitz mit schmaler Sitztaille, markante und an das lang gestreckt Reiterbein angepasste Kniepauschen und ein langgezogenes, gerades Sattelblatt. Beliebt sind Monoblattsättel, die das Reiterbein besonders dich an das Pferd bringen. Neben dem definierten Sitzprofil für einen gestreckten und balancierten Sitz des Reiters ist eine häufige Eigenschaft vieler klassischer Dressursattel-Modelle die kleine Auflagefläche. Das tiefe Sitzprofil und die kleine Auflagefläche ermöglichen eine besonders eine besonders direkte Übertragung schon kleinster Gewichts- oder Reiterhilfen auf das Pferd als wesentliche Voraussetzung für die Perfektion schwierigster Lektionen. 

Welche Sattelkissen hat ein Dressursattel?

Die meisten Dressursättel verfügen über schmale Sattelkissen, sogenannte französische Sattelkissen. Über diese schmalen Sattelkissen werden die Gewichtshilfen des Reiters direkt und unmittelbar an das Pferd weitergegeben und ermöglichen den unmittelbaren Kontakt zwischen Pferd und Reiter. Der Dressursattel eignet sich optimal dazu, die Hilfengebung des Reiters direkt an das Pferd weiterzugeben. Die Sattelkissen bieten durch ein weiches Polstermaterial eine stoßdämpfende Wirkung und sollten im vorderen Bereich ausreichend Schulterfreiheit bieten u nd von der Form und Füllung gut an das Pferd angepasst sein. Im Wirbelsäulenkanal sollte mindestens eine Faust breit Platz sein, um ausreichend Wirbelsäulenfreiheit zu bieten. Genauso wichtig ist ausreichend Freiraum über dem Widerrist – nur so kann sich das Pferd komfortabel unter dem Sattel bewegen und anspruchsvolle Lektionen der Dressur zeigen.

Was macht einen guten Dressursattel aus?

Ein guter Dressursattel zeichnet sich aus durch: 

  • eine gleichmäßige Druckverteilung auf dem Pferderücken 
  • umfassende Anpassungsmöglichkeiten an das Pferd mit 
  • veränderbares Kopfeisen 
  • größtmögliche Schulterfreiheit 
  • maximale Bewegungsfreiheit des Pferdes 
  • ein Sattelbaum, der zur Rückenform des Pferdes passt

Das Kopfeisen sollte austauschbar oder verstellbar sein, sodass die Kammerweite jederzeit an das Pferd angepasst werden kann. Diese Faktoren sind nicht nur bei einem jungen Pferd wichtig, welches noch wächst und sein Gebäude verändert. Auch durch erfolgreiches Training, natürliche Veränderungen des Pferdes oder auch nach Trainingspausen sollten diese Maße jederzeit eine Anpassung ermöglichen. 

Welche Anpassungsmöglichkeiten bietet ein Dressursattel?  

  1. Sattelbaum: Der Dressursattel sollte einen Sattelbaum haben, der zur Rückenform des Pferdes passt
  2. Damit der Sattel parallel zum Rücken aufliegen kann, sollten auch die Sattelkissen Änderungen ermöglichen. Unabhängig davon, ob die Kissen mit Formkissen oder Sattlerwolle gefüllt sind, sollte eine Veränderung der Form und Fülle jederzeit durch den Sattler möglich sein.
  3. Auch eine Veränderung der Kammerweite durch Austauschen oder Anpassen des Kopfeisens sollte möglich sein.

Wir empfehlen eine regelmäßige Passformkontrolle, um Mängel der Passform wie einer Brückenbildung oder sogenannten Hohlliegen des Sattels zu vermeiden. 

Für wen ist ein Dressursattel geeignet?

Die Eigenschaften eines Dressursattels mit seinem definierten Sitzprofil und der schmalen Auflagefläche machen diese Sättel zu echten Spezialisten. Sie entstanden in einer Zeit, in der besonders das sportliche Warmblutpferd diese Disziplin dominierte und alternative Pferdetypen noch Exoten waren. Ausgehend von einem guten Trainingszustand und kräftiger Rückenmuskulatur ist ein gut passender Dressursattel für das gezielte Dressurtraining geeignet.

Kann man mit Dressursattel ausreiten?

Durch ihre schmalen Sattelkissen und damit häufig verbundener kleinerer Auflagefläche sind Dressursättel für längere Ritte oder gar Wanderritte nicht geeignet. Ein kleiner Trainingsritt im Gelände, der in ähnlicher Weise wie das Dressurtraining auf dem Platz stattfindet, ist kein Problem. Wenn das Pferd jedoch anders geritten wird, als beim Dressurtraining (z.b. lange Phasen am durchhängenden Zügel, ohne aktive Aufrichtung) bewegt sich das Pferd anders als in seiner Dressurhaltung, für die der Dressursattel jedoch gedacht und auch angepasst ist. Es geht also nicht ausschließlich um das Reiten drinnen oder draußen, sondern vor allem darum, wie geritten wird. Generell sind Dressursättel anders aufgebaut als alle Sättel, die für lange und intensive Geländeritte entwickelt wurden.

Wer gerne entspannte Ritte am langen Zügel oder längere Strecken im Gelände zurücklegt oder auch hin und wieder ein paar kleine Sprünge absolvieren möchte, kann als Alternative zum Dressursattel einen Vielseitigkeitssattel verwenden. Auch bei Pferdetypen mit einem schwachen oder besonders weichen Rücken (kommt oft bei Spezialrassen vor) sollten Alternativen mit einer größeren Auflagefläche und damit rückenschonenderer Druckverteilung in Betracht gezogen werden. 

Welcher Dressursattel ist der beste? 

Der beste Dressursattel sollte dem Reiter maximalen Kontakt zum Pferd ermöglichen und ihn entspannt eine aufrechte und gestreckte Sitzposition einnehmen lassen. Der Dressursattel mit der besten Passform sollte bei einer Sattelanprobe ermittelt werden. Als Reiter sollte man bei einer Sattelanprobe die Möglichkeit haben, verschiedene Modelle und Sitzprofile probezureiten. So kann nicht nur die passende Sitzgröße in Zoll ermittelt werden, sondern auch ob ein schmaler oder breiter Sitz, ein tiefer oder flacherer Sitz, eine weiche Pausche oder definierte Blockpausche uvm. das beste Sitzgefühl gibt. 

Wie findet man den richtigen Dressursattel?

  • Pferde mit hohem Widerrist: Der Sattelbaum sollte entsprechend geformt sein, damit das Kopfeisen ausreichend hoch positioniert ist. Die Polster sollten ausreichend hoch sein.  
  • Pferde mit ausgeprägter Schulterpartie: Die Sattelkissen sollten der Schulter auch bei ausladenden und expressiven Bewegungen ausreichend Schulterfreiheit bieten können. 
  • Junge Pferde: Ein Sattel mit umfassenden Anpassungsmöglichkeiten. Zu Beginn kann ein gebrauchter Dressursattel empfehlenswert sein. 
  • Sensible Pferde: Dressursattel mit entsprechend großer Auflagefläche und breiten, weichen Sattelkissen, um das Gewicht des Reiters auch in dynamischen Momenten möglichst gleichmäßig auf den Rücken des Pferdes verteilen zu können.  

Welcher Dressursattel ist für kurze Rücken geeignet?

Die Gefahr von Druckspitzen im vorderen und hinteren Bereich der Sattelkissen ist bei Dressursätteln mit einer kleinen Sitzgröße und kurzer Auflagefläche oder französischen Kissen besonders groß. Vor allem dann, wenn der Reiter versucht mit einem zu kleinen Sattel zurecht zu kommen, da die optimale Sattellage des Pferdes dies vorzugeben scheint. Im schlimmsten Fall riskieren Sie mit einem zu kleinen und kurzen Sattel langfristig nicht nur muskuläre Verspannungen, sondern auch Muskelatrophien und im schlimmsten Fall Schmerzen in der Sattellage ihres Pferdes. Unsere Erfahrung hat vielfacht gezeigt, dass sich die für ein Pferde-Reiter-Paar sinnvolle und den Rücken schonende Auflagefläche in der Praxis nur unter Berücksichtigung der benötigten Sitzgröße des Reiters ermitteln lässt.

Welches Zubehör passt zu einem Dressursattel?

  • Sattelgurt: Der passende Sattelgurt für einen Dressursattel ist in den meisten Fällen ein Kurzgurt. Die Gurtstrupfen eines Dressursattels mit Monoblatt verlaufen unterhalb des Sattelblatts. Wir empfehlen einen anatomisch geformten Kurzgurt, damit ihr Pferd größtmögliche Bewegungsfreiheit at. Gurte für Dressursättel gibt es in unterschiedlichsten Arten, Formen und Materialien: vom Kurzgurt mit Lammfell, über anatomisch geformte Gurte aus Leder bis hin zu Gurten aus Neopren, Schnurengurte oder auch Sonderformen wie einem sogenannten Mondgurt. Lassen Sie sich von Ihrem Sattler beraten, welche Form Sie bezüglich der Bauch- bzw. Gurtlage ihres Pferdes wählen sollten. Gurte mit Lammfell sind besonders beliebt bei sensiblen Pferden. Alternativ haben sich Schnurengurte und anatomische Gurte aus Leder bei empfindlichen Pferden bewährt, bei denen leicht Scheuerstellen in der Gurtlage auftreten. Das letzte Wort hat ihr Pferd - Ihr Pferd zeigt Ihnen durch seine individuellen Reaktionen, welchen Gurt es am angenehmsten empfindet. 


  • Steigbügelriemen: An einem Dressursattel werden Steigbügelriemen in passender Länge zum Reiterbein und Reitstiefeln verwendet. Es gibt Steigbügelriemen, bei denen die Schnalle oben an der Sturzfeder sitzt und mehrere Riemen übereinander Laufen und es gibt Monoriemen, die aus einem einzigen Lederriemen bestehen, der über dem Steigbügel in seiner Länge verschlossen wird. Monosteigbügelriemen bieten den Vorteil, dass sie nicht unnötig auftragen und das Bein des Reiters nah am Pferd liegt. 


  • Schabracke: Bei der Wahl des passenden Zubehörs darf eine passende Schabracke oder Satteldecke nicht fehlen. Sie haben die Wahl aus einer Vielzahl von Decken aus unzähligen Materialien wie Steppstoff, Samt, Satin oder Cord in unendlich vielen Farben wählen. Von einer Schabracke mit Lammfell über eine Schabracke mit zusätzlicher Polsterung bis hin zur schlichten, weißen Turnier Schabracke.

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Worauf ist beim Kauf eines Dressursattels zu achten?

Unabhängig von der gewünschten Marke und davon, ob Sie nach einem neuen oder gebrauchten Sattel suchen, empfehlen wir beim Sattelkauf auf folgende Punkte zu achten: 

  1. Der Dressur Sattel bringt umfassende Anpassungsmöglichkeiten für das Pferd mit 
  2. Die Kammerweite kann durch ein verstellbares oder austauschbares Kopfeisen verändert werden 
  3. Die Sattelkissen bieten eine möglichst breite und weiche Auflagefläche für das Pferd 
  4. Das Leder und die Verarbeitung des Sattels sind hochwertig und von guter Qualität, egal ob neu oder gebraucht 
  5. Wenden Sie sich an einen mobilen Sattelservice, der zu Ihnen und ihrem Pferd in den Stall kommt 
  6. Reiten Sie unterschiedliche neue oder gebrauchte Sättel auf ihrem Pferd zur Probe 
  7. Wählen Sie einen Sattler aus, der den Sattel-Service auch nach dem Verkauf in vollem Umfang anbietet, z.B. zum Aufpolstern der Kissen und Anpassen des Sattels durch einen mobilen Sattelservice 

Was macht einen SIGNUM Dressursattel besonders?

Bei SIGNUM sind wir auch bei unseren Dressursätteln nicht von unserer Philosophie der großen Auflagefläche abgewichen. Bei unseren Maßsätteln kann der Reiter das Sitzgefühl eines "echten" Dressursattels mit schmalem und tiefem Sitz, einer Blockpausche oder variablen Klettpausche mit der großen und den Pferde Rücken schonenden Auflagefläche kombinieren. Ein Maßsattel für die Dressur, bei dem vom Sattelbaum bis zum Satteldesign jedes Detail nach den Bedürfnissen und Wünschen von Pferd & Reiter gefertigt wird. Auch unsere Konfektionsmodelle haben mit Wolle gepolsterte, extra großen Sattelkissen. Von der Optik her sind sie im Vergleich zu unseren Maßsätteln jedoch noch einmal näher an der Optik des "Klassiker für die Dressur" für einen schlichten, eleganten Auftritt. 

Mitja Hinzpeter
Populäre Reitstile & deren Besonderheiten einfach erklärt